Cellistin Sol Gabetta in Kloster Eberbach

Erste Residenz gut begonnen

Eltville - Sol Gabetta wird Edward Elgars großformatiges Cello-Konzert spielen. Und Kammermusik, in kleinerem Rahmen, mit dem Pianisten Igor Levit. Von Axel Zibulski

Denn die Argentinierin ist als erste Künstlerin „Artist in Residence“ beim Rheingau Musik Festival und offensichtlich gleich am Anfang erfolgreich: Sie eröffnete in der sehr gut besuchten Basilika von Kloster Eberbach ihre „Residenz“ mit einem barocken Programm. Zwei Konzerte von Antonio Vivaldi rahmten den Auftritt der 31-jährigen Solistin, die bereits das Konzert für Violoncello und Orchester D-Dur (RV 404) mit dem nicht sehr großen oder voluminösen, wohl aber leichten und biegsamen Ton ihres Guadagnini-Cellos prägte. Fraglich allerdings, wie weit die Akustik der Basilika ihn tatsächlich konturiert weitertrug, zumal sich die musikalischen Partner ganz ihrem Ideal von Geschmeidigkeit, Dezenz und Eleganz angepasst haben. Die Mitglieder der „Cappella Gabetta“ firmieren nämlich ausdrücklich als Begleiter der Cellistin, deren Bruder Andrés Gabetta das Ensemble vom ersten Geigenpult aus leitet. In Eberbach korrespondierten die Geschwister dabei auch solistisch, nämlich in der am Ende gespielten Bearbeitung von Vivaldis Mandolinen-Konzert G-Dur (RV 532) für Violine und Cello, samt besonders wirkungsvoll ins Ohr getupftem, langsam-leisem Pizzicato-Mittelsatz.

Noch einmal stand Vivaldi, wenn auch nicht ausdrücklich, auf dem Programm: Denn Johann Sebastian Bach bearbeitete ein Violinkonzert für Orgel allein (a-Moll BWV 593) - und die Gabettas spielten es als Rückübertragung für Cello und Orchester. Umfangreiche Genese, eindeutige Wirkung, als etwa der musikalische Fluss im Finalsatz immer wieder für kurze solistische Cello-Gedanken einhielt. Offen virtuoser konnte sich Sol Gabetta in einem Konzert Giovanni Benedetto Plattis entfalten, während in ihrer Abwesenheit die Streicher der „Cappella Gabetta“ nicht nur von ihrem Bruder, sondern, ganz diskret, von der kleinen Continuo-Gruppe aus gelenkt schienen. Giorgio Paronuzzis Cembalo-Improvisation in Bachs Brandenburgischem Konzert Nr. 3 (G-Dur BWV 1048) vermittelte sich originell; kollektiv und mitreißend gesteigert war der Furor eines „Concerto grosso“, in dem Francesco Geminiani den im Barock häufig vertonten „Folia“-Tanz variierte.

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