Pop aus dem Barbie-Land

Frankfurt - Sie sind ein Musikphänomen, das niemand so recht erklären kann: die fünf Irinnen, die als Celtic Woman derzeit mühelos, wie in der Alten Oper Frankfurt, große Säle füllen und mit viel Show und einem irgendwo zwischen Abba und Celine Dion angesiedelten Sound ein Millionenpublikum begeistern. Von Maren Cornils

Ist das aktuell aus Chloe Agnew, Lisa Lambe, Violinistin Máiread Nesbitt und Musicalstar Susan McFadden bestehende Quartett musikalisch auch schwer einzuordnen, so sind die vier Blondinen eines ganz sicher: ein Augenschmaus. Wallendes Haar, tolle Kurven, pastellfarbene Prinzessinenkleider und reichlich Glitzerpuder – das alles wirkt so makellos perfekt, als habe man es geradewegs aus Barbie-Land exportiert. Wären da nicht die beeindruckenden Stimmen, fast könnte man den Eindruck bekommen, dass es sich um ein überaus professionell vermarktetes Kunstprodukt handelt. Eines, an dem sich zwar die Geister scheiden, das die Fans jedoch restlos zu begeistern vermag. Jede Menge Talent beweist auch „Teufelsgeigerin“ Máiread Nesbitt, die ungeachtet ihres bodenlangen Kleides in atemberaubendem Tempo über die Bühne saust und dabei auch noch allerlei tollkühne Sprünge einbaut – ein irischer Kobold, der wie besessen die Violine bearbeitet.

Ob irische Volksweisen wie „Danny Boy“ oder „Teir Abhaile Riu“, Song-Klassiker wie Simon & Garfunkels „Bridge Over Troubled Water“ und Rod Stewarts „Sailing“ – das Repertoire von Celtic Woman ist riesig und scheint nur einem Gesetz zu gehorchen: Es stammt zumeist aus der Feder anderer Leute und muss in gefälligen Celtic-Woman-Sound zu packen sein.

Rubriklistenbild: © dapd

Kommentare