Chancen verschenkt

Mit 33 Jahren erst hatte Marla Glen ihr Debütalbum „This Is Marla Glen“ herausgebracht. Mainstream-Pop auf der Basis von Soul, Funk, Blues und Reggae, gemacht für ein erwachsenes Publikum. Von Stefan Michalzik

„I’m back again“: In der Begrüßung beim Konzert in der Darmstädter Centralstation schwingt viel Unausgesprochenes mit. Marla Glen hat eine Geschichte hinter sich, in der Wahrheit und Legende schwer auseinanderzuhalten sind. Die inzwischen 51-Jährige hat vielfach öffentlich darüber geklagt, dass sie von der Plattenfirma ihrer Erfolgsjahre in ihrer künstlerischen Entwicklung behindert worden sei – derweil ihre besten Einspielungen just in dieser Zeit entstanden sind.

Das jüngst erschienene Album „Humanoid“, aus dem sich, ergänzt um Hitnummern wie „Believer“, ein Gutteil des Konzertrepertoires speiste, ist das erste seit fünf Jahren. Die neuen Songs lassen von dem Stachel, einst durchaus zu spüren, nichts mehr erkennen. Alles treibt in mittlerem Tempo vor sich hin. Die zehnköpfige Band ergeht sich in professioneller Muckerroutine. „Humanoid“ verweist auf Blueswurzeln, doch es werden Chancen verschenkt. Marla Glen, wie immer in Anzug mit Schlips und Hut, scheint auch mit ihrer baritonalen Stimme einzig darauf bedacht, wie Marla Glen zu klingen.

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