Lebensfroh und weltoffen

Offenbach - Sommer für immer. So fordert es Howard Hughes, Sänger der aus der französischen Voralpenstadt Annecy stammenden Band Coming Soon, deren Konzert der Hitze wegen kurzfristig vom Saal des Offenbacher Hafen 2 ins luftigere Café verlegt worden ist. Von Stefan Michalzik

Ihre Musik klingt praktisch durchweg lebensfroh – der Oberfläche nach jedenfalls, derweil eine Nummer wie „Walking“ vom 2009 herausgebrachten und immer noch aktuellen Album „Ghost Train Tragedy“ von der Endlichkeit handelt.

Die Formel Antifolk kursiert mit Blick auf das 2005 gegründete Quintett, beglaubigt durch eine Zusammenarbeit sowohl mit Kimya Dawson von den Moldy Peaches als auch mit Herman Düne. In der Tat ist eine geistige Verwandtschaft zu bescheinigen. Musikalisch sind Coming Soon weltoffen. In erster Linie handelt es sich um melodiösen Songpop mit Gitarren und Synthesizern, die Basis ist eine Mischung aus Folkmelodik und Rockrhythmik, es ist aber auch mal ein Discobeat mit Handclaps im Spiel oder es endet eine Nummer in einem turbulenten Klanggewitter. Auch Anklänge an den New Yorker New-Wave-Sound der späten 1970er Jahre sind zu erkennen. Dann wieder singt Howard Hughes mit seinem tragenden Bariton, dessen metallisches Timbre ein wenig an David Byrne von den Talking Heads erinnert, eine Folkballade a cappella, ohne Mikrofon im Publikum umherschweifend.

Oft ist in Howard Hughes’ Ansagen von Freunden die Rede, beispielsweise von der britischen Rockband The Wave Pictures, deren Sänger David Tattersall Mitautor eines Songs ist; im Übrigen haben Hughes und Tattersall im vergangenen Jahr das Album „The Lobster Boat“ veröffentlicht. Man verbrüdert sich also gern, im Offenbacher Konzert wurde irgendwann eine Gastsängerin hinzugezogen. Generell geht es um Gemeinschaft, was natürlich auch als ein subversives gesellschaftliches Gegenmodell zu verstehen ist. Sommer für immer. Naiv mutet das ganz und gar nicht an.

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