Black Rebel Motor Cycle Club

Cooler Rock in brillanter Verpackung

Frankfurt - Black Rebel Motor Cycle Club, deren Vorgeschichte 1998 begonnen hatte, gehörten zur vordersten Linie der vielen Rockbands, die nach der Jahrtausendwende plötzlich wieder das Bild bestimmten, nachdem The Strokes den Bann der von Techno, House und HipHop geprägten 1990er Jahre gebrochen und das, was schon unter der Oberfläche gegärt hatte, mit einem Schlag zum Vorschein gebracht haben. Von Stefan Michalzik

Cool, cooler, am coolsten: So lautete schon immer die Maxime des aus Los Angeles stammenden Trios, das in der Frankfurter Batschkapp gastierte. Das Posing ist versiert, im Sinne einer knackigen Show; Ansagen werden nur sparsam gemacht, die Lichtdramaturgie ist so klar wie ausgeklügelt, meist ist die Bühne einfach hell, mitunter wird für einen Song der jeweilige Gesangssolist – die beiden Antipoden Peter Hayes und Robert Leven teilen sich diese Rolle – mit dem goldenen Schimmer eines dramatischen Halblichts von unten aus dem Dunkel geschält, momentweise mal auch bloß das Schlagzeug von Leah Shapiro. Wie immer tragen sie alle Schwarz, die charakteristischen Marlon-Brando-Lederjacken – benannt ist die Band nach Brandos Motorradgang im Film „The Wild One“ von 1953 – entfielen temperaturgemäß.

Black Rebel Motor Cycle Club sind keine Avantgardisten, ihre Brillanz resultiert aus der Originalität, mit der sie alte Praktiken der Rockmusik aufgreifen und dem Stilbewusstsein, mit dem sie daraus eine eigene musikalische Identität schöpfen. Düster ist die Grundstimmung ihres rauen psychedelischen Breitwandklangs seit jeher, das Konzertrepertoire spiegelt die Entwicklung der Band vom puristischen Rock der Anfänge bis zum im Frühjahr veröffentlichten siebten Studioalbum „Specter at the Feast“ wider. Der Großwurf „Howl“ von 2005 markierte einen Bruch, die Band beschäftigte sich nun mit Blues, Folk und Gospel. Black Rebel Zuletzt hat sich die Band ihren Anfängen genähert. Vorbei die Zeiten, in denen Orgel, Klavier oder die Posaune eingezogen waren.

Peter Hayes ist eher der Rock’n’Roller, er ist auch für einige punkige Nummern zuständig, bisweilen hängt er sich den Mundharmonikahalter nach der Art Bob Dylans um, Robert Levon Been ist eher der Epiker. Genau wie die Strokes arbeiten Black Rebel Motor Cycle Club an einer Langzeitentwicklung. Es geht weniger um eine Neuerfindung als vielmehr um feine Veränderungen – dem Stand der Dinge nach bislang ohne Langeweile.

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