„Creedence Again”

Eine Rockshow ganz ohne Firlefanz

Neu-Isenburg - Mensch, was waren das noch Zeiten, Ende der 60er Jahre: Studentenbewegung, die Anti-Baby-Pille und Mondlandung – doch nicht nur politisch, sondern auch musikalisch ging ordentlich die Post ab. Von Sascha Gebhardt

1967 betrat eine junge Band namens Creedence Clearwater Revival die Rock’n Roll-Bühne, die in ihrer nur bis 1972 andauernden Schaffensperiode einen Hit nach dem nächsten ablieferte und sich eine treue Fangemeinde erspielte.

Die Chicagoer Tributband „Creedence Again“ hat sich ganz dem typischen CCR-Sound verschrieben und machte Halt in der Hugenottenhalle. Mit im Gepäck: Die größten Hits des legendären US-Quartetts um John Fogerty. Trotz des zugkräftigen Namens finden allerdings nur etwa 150 Musikbegeisterte den Weg ins Konzert. Größtes Manko ist jedoch die Bestuhlung in der Halle. Das mag zwar für ein Publikum, das größtenteils der Gruppe 50plus angehört, angemessen sein, steht aber im krassen Widerspruch zur Musik.

Insgesamt nicht die besten Voraussetzungen, doch die toll aufspielende Vorgruppe „Andreas Geffarth & Band“ sorgt mit Songs von Simon & Garfunkel oder Kenny Loggins für Stimmung. Als im Anschluss dann „Creedence Again“ die Bühne betreten, ist die Erwartungshaltung groß. Doch eine zu dominante Lead-Gitarre übertönt anfangs den Gesang von Frontmann Patrick Stone, wodurch die Eröffnungsnummer „Green River“ klanglich niemanden von den Stühlen reißt. Nach drei Liedern hat die Technik aber eine ausgewogene Mischung gefunden und so kann die Band beim kraftvollen „I put a spell on you“ erstmals ihre Klasse unter Beweis stellen.

Ab da kommen die Jungs besser in Fahrt und liefern eine überzeugende Show ohne Firlefanz ab. Egal ob „Susie Q“, „I heard it throught the grapevine“ oder „Fortunate son“ – die Truppe packt sämtliche CCR-Kracher aus, wobei Stone bei härteren Songs dem rauen Klang von Fogertys Stimme am nächsten kommt. Dazu gibt’s jede Menge großer Rock’n Roll Gesten: Gitarrist Money Larkin spielt seine Soli kniend, während Stone im Angus Young-Schritt über die Bühne tollt. Nicky Stix begeistert mit dynamischem Schlagzeugspiel und Headbanging-Einlagen. Einzig Bassist Chip Znuff bleibt über weite Strecken zu statisch.

Das Quartett sorgt für wippende Füße und viel Applaus, doch erst als Stone beim Kulthit „Hey Tonight“ auffordert aufzustehen, kommt Rockkonzertatmosphäre auf. Nach rund eineinhalb Stunden gibt es von den US-Jungs noch eine dicke Zugabe mit „Travelin’ Band“. Ob „Creedence Again“ die beste CCR-Covergruppe der Welt ist, wie es der Veranstalter verspricht, sei dahingestellt. Dass die Truppe Spaß, Emotion und feinsten Rock’n Roll bringt, kann in jedem Fall unterschrieben werden.

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