„Das Fest der Feste“ in Jahrhunderthalle

Silbereisen zeigt Muckis

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Moderator Silbereisen griff wie gewohnt zur Steirischen Harmonika.

Frankfurt - Es geht Schlag auf Schlag beim „Fest der Feste“ - man darf es wörtlich nehmen. Über 2000 Zuschauer erleben in der Frankfurter Jahrhunderthalle eine von pyrotechnischen Effekten gespeiste Drei-Stunden-Show mit einem Mix aus Rock, Jazz, Schlager und Volkspop. Von Harald H. Richter 

Vom Schuhplattler bis zum Rap ist alles dabei. Selbst ein Abstecher ins Musical fehlt nicht. Das Ganze präsentiert Strahlemann Florian Silbereisen, der das Münchner Percussion-Duo Double Drums (Alexander Glöggner und Philipp Jungk), die A-cappella-Band Voxxclub und Gerhard Friedle aus St. Johann alias DJ Ötzi mitgebracht hat. Ebenfalls dabei die TV-Star-Tänzer, vier drahtige Herren und drei langbeinige Damen in Lack und Leder, mit Breakdance-Weltmeister Benedikt Mordstein in ihrer Mitte.

Das Programm der durch dreißig Städte führenden Tournee ist zwar nach wie vor seniorentauglich, anders als in den Fernsehshows aber stärker an jüngeres Publikum adressiert. Das Rezept geht auf, denn die Hallen sind ausverkauft. Natürlich wird geschuhplattelt, bis - in diesem Fall - der Bühnenboden kracht, und auf den Rängen mitgesungen, geschunkelt und geklatscht. Aber, was besonders ins Auge springt, es wird auch viel nackte Haut gezeigt. Höchstselbst ließ der Der 32-jährige Niederbayer die Muskeln spielen.

Flori hat das Fitnesscenter entdeckt

Der ehemals brave Vorzeige-Volksmusikant hat Solarium und Fitnesscenter entdeckt, spannt Bizeps und zeigt Waschbrettbauch, gibt den ganzen Kerl. Seit fünf Jahren mit Schlagerikone Helene Fischer verbandelt, trägt er das Konterfei seiner Liebsten als Tattoo auf dem linken Oberarm zur Schau. Mit den obenrum ebenfalls entblößten Senkrechtstartern von Voxxclub fetzt er zu „It’s Raining Men“ übers Bühnenparkett und bestätigt beim Auftritt mit den Double Drums „Heute will ich explodier’n“.

Selbstverständlich schnallt der Flori sich auch sein Lieblingsinstrument - die Steirische Harmonika - um und besingt „Links a Mad’l, rechts a Mad’l“. Mit dem Spiel seiner Quetschkommode hat er schon als Bub Mütterherzen erwärmt. Inzwischen gelingt ihm das sogar bei glückselig strahlenden Teenagern, wie etwa der 18-jährigen Vanessa, der er ein Geburtstagsständchen bringt. Überhaupt sucht er immer wieder die Nähe zum Publikum und kraxelt dazu gar hinauf zu den obersten Balkonreihen.

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Alpen-Rap und Schlagersause, Elvis-Evergreens und revolutionäres Pathos beim „Lied des Volkes“ aus dem Musical „Les Misérables“ - musikalisch wird nichts ausgelassen. Während Silbereisen „Einmal noch Kind“ sein will und DJ Ötzi seine Liebe zu Töchterchen Lisa-Marie besingt, dürfen paar Tränchen verdrückt werden. Zum Schluss herrscht aber wieder kernig-krachlederne Partystimmung, und bei nicht wenigen Zuschauern kocht „des Wahnsinnsg’fühl, weils a jeder heit no wissen will“.

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