Akzente mit Händel

Dekanatskirchenmusiker  begeistert mit „Messiah“

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Offenbach - Der neue Dekanatskirchenmusiker Friedemann Becker setzt in Offenbach Akzente. Wie er in dreistündiger Aufführung Georg Friedrich Händels Oratorium „The Messiah“ in der Markuskirche interpretierte, war großartig. Von Reinhold Gries

Jede der 52 Nummern behielt Eigenwert, so dass Beckers bestens vorbereitete Offenbacher Kantorei, das exquisite Barockensemble „Cappella Francoforte“ und die Solisten Rahel Maas (Sopran), Johanna Krell (Alt), Sören Richter (Tenor) und Johannes Wilhelmi (Bass) die wundervolle Musik auskosten konnten.

Rezitative zu Messias-Prophezeiungen, zu Jesu’ Leben und Leiden sowie dessen Auferstehung hatten keine Längen. Dafür sorgten auch exzellente Continuo-Musiker um Offenbachs Weltklasse-Theorbisten Toshinori Ozaki und Ichiro Noda an der Violone sowie vorzügliche Streicher um Hongxia Cui und Katherina Ozaki. Die vielen Einsätze der Kantorei gerieten zum Anthem-Festival, zuweilen überhöht von Astrids Brachtendorfs Barocktrompete. Bereits nach der Sinfonia im französischen Ouvertürenstil und Richters geistvoller Einführung traf die Vokalistenarmada im Chorus „And the glory of the Lord“ die freudig-zuversichtliche Hauptstimmung des Werkes. Souverän ging der Chor mit Fugen und Koloraturen um. Auch bei der Begleitung von „But thanks be to God“, im Trompetenchor „Worthy is the Lamb“ und im Dialog zwischen Amen-Fuge und Violinen – mit Virtuosität und charaktervollem Originalklang.

Verzweifelt fragend und triumphale Steigerung

Als Barockspezialisten erwiesen sich Mezzosopranistin Krell in koloraturreichen Arien, Richter in glasklaren Tenor-Arien und im Duett von „O death, where is thy sting“ und der sich vom düsteren „For behold, darkness shall cover the earth“ über das verzweifelt fragende „Why do the nations so furiously rage“ zu triumphaler „The trumpet shall sound“ steigernde Bariton Wilhelmi. Überstrahlt wurde das von Sopranistin Rahel Maas‘ Engelsgesang „The angel of the Lord“, frohlockenden „Rejoice greatly“, lieblichen „He shall feed“ und fantastisch gesungenen „How beautiful“.

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