Wirbel um Arzt-Kultserie

"Dr. House": Koma-Witz auf Schumachers Kosten?

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Eine Anspielung von Dr. House (alias Hugh Laurie) auf den im Koma liegenden Michael Schumacher sorgt für Wirbel.

München - Eine vermeintliche Anspielung auf den Koma-Patienten Michael Schumacher in der US-TV-Kultserie Dr. House ist vielen RTL-Zuschauern am Donnerstagabend übel aufgestoßen.

In der "Dr. House"-Folge "Koma-Mann & Sohn", die am Donnerstag um 23.15 Uhr auf RTL ausgestrahlt wurde, ging es um einen Patienten, der seit zehn Jahren im Koma liegt. Der geniale Arzt Gregory House, gespielt von Hugh Laurie, schafft es, den Mann aufzuwecken - für 48 Stunden. Der erstaunlich unternehmungslustige Erwachte will das kurze Zeitfenster für eine Spritztour nach Atlantic City nutzen, doch House' Kollege Wilson ist dagegen. House hat kein Problem damit, dass sich sein Patient hinters Lenkrad seines Autos setzt und beschwichtigt Wilson mit den Worten: "Das sind die Medis, die durch die Blutbahn powern, er hat bessere Reflexe als Michael Schumacher."

Die zynischen Sprüche des Dr. House sind sicher ein Hauptgrund für den weltweiten Erfolg der Serie. Doch die Anspielung auf den Formel-1-Weltmeister, der seit Monaten nach einem schweren Skiunfall im künstlichen Koma liegt und um sein Leben kämpft - das ist selbst für den kontroversen Fernseh-Antihelden geschmacklos.

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Das heißt, sie wäre es gewesen, wenn die betreffende Folge nicht bereits 2006 gedreht worden wäre. Was die RTL-Zuschauer am Donnerstag sahen, war eine Wiederholung der Episode aus der dritten Staffel, die erstmals 2007 bei uns über die Bildschirme flimmerte. Damals erfreute sich Schumacher noch bester Gesundheit, doch durch die tragischen aktuellen Ereignisse bekam der Satz unbeabsichtigterweise einen fiesen Beigeschmack.

Hinzu kommt, dass in der Originalfassung nicht einmal der Name des deutschen Rennfahrer-Idols fällt. Dort ist von Dale Earnhardt Jr. die Rede, einem US-NASCAR-Piloten. Der ist zwar in Amerika sehr bekannt, hierzulande sagt der Name aber höchsten Motorsport-Experten etwas. Aus diesem Grund hatte man sich damals bei der Synchronisation der Serie für eine Schumacher-Anspielung entschieden.

RTL-Pressesprecher Claus Richter äußerte sich in der Zeitschrift "Bunte" zerknirscht: "Solche bedauerlichen Zufälle sind selten, können aber passieren. Es ist nicht möglich, Serienfolgen, die nach Jahren in einer Wiederholung gezeigt werden, auf aktuelle Bezüge zu überprüfen."

hn

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