Als Zugabe ein Satz in Wildwest-Manier

Dreieich - Nein, „P. D. Q. Bach“ ist kein weiterer Sohn des auch biologisch höchst produktiven Johann Sebastian. In die musikalische Welt gesetzt hat dieses Phantom vielmehr der 1935 geborene Amerikaner Peter Schickele. Von Axel Zibulski

 

Peter Schickele ist ein komponierender Musikprofessor, der unter diesem fiktiven Namen mehrere Werke veröffentlicht hat. Zum Beispiel eine launige „Serenade for three“, die das letzte Konzert der 10. Dreieicher Musiktage beschloss.

„Klassisches und Unterhaltsames“ nämlich erklang beim Auftritt des Trio Clavino in den Räumen der Dreieicher Firma Gerhardt Baustoffe. Mit Akzent freilich auf dem Klassischen: Bereits in Wolfgang Amadeus Mozarts „Kegelstatt“-Trio Es-Dur KV 498 für Klavier, Klarinette und Viola profilierte sich das Ensemble mit wechselseitig gut ausgehorchter Stimmführung, tadelloser Präzision und einem fein-kultivierten Interpretationsansatz. Simon Maurer wechselte immer wieder von der Bratsche zur Geige – so zum Beispiel im 1932 komponierten Trio für Klarinette, Violine und Klavier des armenischen Komponisten Aram Chatschaturjan. Gerade Klarinettistin Doris Hall-Gulati brachte die folkloristischen Elemente dieses Werks besonders anschaulich zur Geltung.

Mit zwei Werken, die für das Trio Clavino komponiert wurden, erweiterten die Musiker das Spektrum des abwechslungsreichen Programms zum Zeitgenössischen hin. Durchaus mit Unterhaltungswert: Im dreisätzigen „Trio Kinetica“ des 1951 geborenen John Carbon durfte Doris Hall-Gunati auf der Bassklarinette einen „Eulen-Tango“ schmachten, dessen Melancholie sich in Carbons quirliger Adaption einer Klaviersonate von Domenico Scarlatti auflöste. Gut getroffen waren aber auch die tönend schillernden Farbspiele in drei „Folk Songs“ des Chinesen Ping Jin. Pianist Xun Pan begleitete eine kleine Auswahl von Kammermusik Robert Schumanns („Märchenbilder“, ein „Fantasiestück“) wunderbar dezent, und zum Dank für den starken Applaus spielte das Trio Clavino als Zugabe noch einen Satz in Wildwest-Manier aus Aaron Coplands Ballettmusik „Rodeo“.

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