So eingängig wie gefühlvoll

Frankfurt - Als seine Band zu den ersten Klängen von Ennio Morricones „The Good, the Bad and the Ugly“ die Bühne der ausverkauften Frankfurter Festhalle betrat, kam James Blunt fast unbemerkt durch die „Hintertür“. Von Dirk Iding

Von den oberen Rängen der gegenüberliegenden Seite bahnte sich der englische Sänger im Rücken des Publikums joggend seinen Weg zur Bühne – nach gut einer Stunde Vorgruppe und Umbau sehnsüchtig erwartet und entsprechend bejubelt von seinen offenbar überwiegend weiblichen Fans. Jedenfalls war die Halle fest in Damenhand. Vom Teenie bis zur Mittvierzigerin bejubelten sie ihren James, der da wie der nette Junge von nebenan in Bluejeans und grauem T-Shirt zur Gitarre griff und seine Hits routiniert präsentierte. Bis vor ein paar Jahren kannte noch niemand Blunt. Dann legte der 37-jährige Brite einen der steilsten Aufstiege im aktuellen Musikgeschäft hin. Seit dem Debütalbum „Back to Bedlam“, das 2004 erschien, kennt die Karriere des ehemaligen Captains der britischen Armee bislang nur eine Richtung, nach oben.

Und das mit Texten und Melodien, die vor allem zweierlei sind: eingängig und gefühlvoll. Erst mit seinem aktuellen, dritten Album „Some Kind of Trouble“ scheint der von manchen als Schmusesänger geschmähte Brite einen vorsichtigen Imagewandel anzustreben. Titel wie „Dangerous“ oder „Turn Me On“ kommen jedenfalls deutlich rockiger daher als seine ersten Erfolge.

Aber es sind vor allem Lieder wie „You‘re Beautiful“, „Carry You Home“ oder „1973“, weswegen die Fans in Massen in die Festhalle strömten. Und natürlich sein aktueller Gute-Laune-Hit „Stay The Night“. Songs, die vielen Zuhörern ein seliges Lächeln ins Gesicht zaubern und bei denen es im durchweg bestuhlten Rund kaum eine(n) auf den Sitzen hält. Zwar mag es ein wenig kitschig wirken, wenn Blunt im rosa Scheinwerferlicht seine Ballade „Goodbye My Lover“ gefühlvoll intoniert und sich dabei selbst am Piano begleitet – aber es ist eben auch schön.

Und selbst die „Mitgeschleppten“ unter der männlichen Zuhörerschaft werden nicht umhinkommen, zuzugeben: Singen kann er, der James. Wenn auch nicht allzu lang. Bereits nach 90 Minuten gingen die Lichter wieder an.

Rubriklistenbild: © dpa

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