Konzert in Stadthalle Offenbach

Ellie Goulding schöpft ihr Talent nicht aus

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Ellie Goulding auf der Bühne der Stadthalle Offenbach.

Offenbach - Ellie Goulding ist die neue Hoffnung des britischen Pops. Bei ihrem Konzert in der ausverkauften Offenbacher Stadthalle präsentiert sie viel Haut und eine reizvolle Sopranstimme. Doch ein Eindruck bleibt: Sie schöpft ihr Talent nicht aus. Von Sebastian Hansen

Reichlich gefeiert worden ist Ellie Goulding als die neue Hoffnung des britischen Pops, schon bevor 2010 ihr Debütalbum „Lights“ herausgekommen ist. Nun nimmt ihr Erfolg auch hierzulande zu: Ob der starken Nachfrage konnte das Offenbacher Konzert der 27-Jährigen, ursprünglich angekündigt für das Capitol, in die ungleich größere und ausverkaufte Stadthalle verlegt werden.

Das Publikum der nicht sonderlich hoch aufgeschossenen Blonden ist zum größeren Teil weiblich. Es ist nicht das klassische Modell des überlebensgroßen Stars, das Ellie Goulding verkörpert, vielmehr signalisiert sie habituell: Ich bin eine von euch. Viel Haut hat sie im Offenbacher Konzert sehen lassen, ihr gleichwohl auf seine Weise züchtig wirkendes Outfit erinnerte an Unterwäsche. Kein Gedanke an eine offensive Erotik oder gar an den Pornchic diverser Konkurrentinnen der Madonna-Nachfolge. Das muss ja auch nicht sein.

So recht etwas entgegenzusetzen vermag Ellie Goulding allerdings auch nicht. Sie präsentiert sich nicht als die große Bühnenpersönlichkeit. Musikalisch hat man es mit dem Versuch zu tun, ein im Folk verwurzeltes Singer-Songwritertum mit dem Wumms des Dancefloors zu verbinden. Der auf Eingängigkeit abzielende Synthiepop vermochte auf „Lights“ einer bestechenden Leichtigkeit wegen für sich einzunehmen. Die Songs des 2012 erschienenen zweiten Albums „Halcyon“ hingegen sind geprägt durch die Absicht einer weiterreichenden Experimentierfreude im Umgang mit Spielformen des elektronischen Pops bis hin zum Dubstep, das Klangbild ist in der Summe dichter.

Reizvolle Sopranstimme

Leider ist das nicht so recht aufgegangen. Reichlich Selbstwiederholung zwischen Tanznummern und vielen Balladen – samt einer passablen Version von Elton Johns Klassiker „Your Song“ als Klavierballade - waren Kennzeichen des Offenbacher Konzerts. Die Frau mit der reizvoll heiser-angerauten Sopranstimme ist fraglos talentiert, nicht zuletzt auch als Songschreiberin. Es wirkte jedoch vieles an diesem Abend erzwungen, gerade was die Show angeht, wie die blanke Pflichterfüllung: In dieser Weise hat man sich auf einer Bühne zu bewegen, so wollen die Fans angesprochen sein – inklusive Publikumsrituale mit erhobenen Armen.

Es bleibt der Eindruck eines vergeudeten Potentials. Viel zu wenig Persönlichkeit ist zu spüren – unabhängig vom regen Zuspruch des Publikums ist ein neuer Superstar in Ellie Goulding zumindest bislang nicht zu erkennen, wenn man von der Musik ausgeht, noch nicht einmal die derzeit überragende Frau der Stunde.

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