Legende auf der Leinwand

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Elvis lebt: Authentische Bilder und orchestraler Klang ließen die Rock’n’Roll Legende in der Festhalle wieder auferstehen.

Frankfurt - Jahrelang führte Elvis Presley eine makabre Liste an: die „Top 13 Dead Celebrities“ des US-Magazins Forbes. 2009 rangierte der „King Of Rock'n'Roll“ mit 55 Millionen Dollar für die Erbengemeinschaft immerhin noch auf Platz vier – überholt vom Komponisten-Duo Rodgers/Hammerstein, Michael Jackson und Modeschöpfer Yves Saint-Laurent. Von Ferdinand Rathke

Platz eins hält der einstige Rebell aus der Arbeiterklasse, mit dem Mitte der Fünfziger Jahre die Rock-Revolution ja erst begann, in den Herzen von rund 4.700 Zuschauern, die sich in Frankfurts Festhalle jenes von Produzent Stig Edgren inszenierte Konzert mit dem etwas irreführenden Titel zu Gemüte führen: „Elvis Presley In Concert“.

Mit weit gespreizten Beinen schlottert Presley, zuckt nervös mit dem rechten Knie, grinst süffisant schweißverklebt, senkt lang bewimperte Augenlider, lächelt schräg aus dem Mundwinkel, schwingt das Becken und bearbeitet lässig die Akustik-Gitarre. Doch keine schnöde Kopie übernimmt die Rolle des ehemaligen Lastwagenfahrers aus Memphis, der in seiner Freizeit gern sang und dessen erste Tonaufnahmen „My Happiness“ und „That’s When Your Heartaches Begin“ ein in Einzelauflage produziertes Geschenk an Mutter Gladys war. Glanz, Grazie und Glorie des 1977 mit nur 42 Jahren verstorbenen Jahrhundertmusikers erstrahlt ausschließlich auf monumentaler Leinwand aus originaler Konserve.

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„Elvis Presley In Concert“ begeistert in der Festhalle

Doch „Elvis Presley In Concert“ ist wesentlich mehr als eine luxuriöse Kinovorführung, die sich aus sorgfältig ausgewählten Ausschnitten legendärer TV-Shows wie „68 Special“ und „Aloha From Hawaii“ oder den MGM-Produktionen „That's The Way It Is“ und „Elvis On Tour“ speist. Lediglich die Stimme Presleys wurde für das multimediale Vergnügen heraus gefiltert, den nicht geringen Rest besorgt ein 16-köpfiges Orchester unter Leitung von Dirigent Joe Guercio. Mitglieder der ursprünglichen TCB Band, darunter Gitarrist James Burton und Pianist Glen D. Hardin, sowie die Chöre Sweet Inspirations und The Imperials bereichern das präzise abgespulte Repertoire.

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Schnell vergisst das Auditorium, dass der sich mit Leidenschaft ins Zeug legende Künstler lediglich virtuell vorhanden ist. Zahllose Klassiker wie „Hound Dog“, „Heartbreak Hotel“, „Don't Be Cruel“, „Trouble“ und „All Shook Up“ kommen so energisch authentisch über die Rampe, dass man glauben möchte, Presley weile tatsächlich noch unter den Lebenden. Vergospelte Soloeinlagen erzeugen ebenso wohlige Schauer wie Presleys vom sonntäglichen Kirchgang inspirierte Interpretationen von „In The Ghetto“, „How Great Thou Art“ und „Bridge Over Troubled Water“. Die längst zur Legende gewordene Symbolfigur Elvis Presley überdauert wohl locker auch kommende Jahrhunderte.

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