Stimme der Stunde in Offenbach

Newcomerin Emeli Sandé in ausverkaufter Stadthalle

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„Guten Abend Frankfurt“, rief die Sängerin, doch der geographische Fauxpas trübte die Stimmung in Offenbach nicht.

Offenbach - Punkt 21 Uhr betritt Emeli Sandé die Bühne und eröffnet mit „Heaven“. Die platinblonde Haartolle reflektiert das Scheinwerferlicht. Die Sängerin trägt ein Kleid – silbergrau, etwas zwischen schlicht und elegant. Überbordend wird sie begrüßt. Von Anke Steinfadt

2012 gab die Newcomerin mit dem Album „Our Version Of Events“ ihr Debüt. Doch der Applaus ist so gewaltig als sei sie ein seit Jahren im Musikgeschäft etablierter Star. Sie strahlt. „Guten Abend Frankfurt“, grüßt sie mit englischem Akzent zurück.

Dicht gedrängt steht das Publikum im Innenraum der Offenbacher Stadthalle. Das Konzert wurde vom Capitol dorthin verlegt und ist dennoch restlos ausverkauft. Genauso wie die Konzerte in München, Köln, Berlin und Hamburg. Der Saal ist voll. Zu voll. Wer ihn einmal verlässt, kommt kaum noch hinein. Einige Besucher bleiben im Foyer stehen und müssen das Geschehen durch die geöffneten Flügeltüren verfolgen.

Stimmung gleichbleibend euphorisch

Die Stimmung drinnen ist gleichbleibend euphorisch, während die 26-jährige Soulqueen – begleitet von einer vierköpfigen Band und zwei Backgroundsängern – die Songs ihres Albums präsentiert. Bei den Ansagen wirkt sie eher schüchtern, singend dagegen thront sie über allem.

Ein überwältigender Moment ist es, als das Publikum eine komplette Strophe von „Read About It“ singt – kraftvoll und im absoluten Einklang wie ein gigantischer Chor. Es ist der Song, den Emeli Sandé bei der Abschlussfeier der Olympischen Spiele in London vortrug – ihr Durchbruch. Immer wieder gibt es tosenden Applaus. Handydisplays stören die Sicht auf die Bühne.

Name in riesigen Lettern

Im Hintergrund ist der Name der Sängerin in riesigen Lettern angebracht. Eigentlich wurde die im schottischen Alford aufgewachsene Tochter einer Engländerin und eines Sambiers auf den Namen Adele Emeli Sandé getauft. Doch nachdem die ebenso von der britischen Insel stammende Musikerkollegin Adele sich international etablierte, beschloss Sandé ihren ersten Vornamen wegzulassen, um Verwechslungen zu vermeiden. Künstlerisch spielt die Schottin, die auch Songwriterin ist, zweifellos in derselben Liga. Ihre Stimme nimmt gefangen durch tiefe Klarheit, kann aber auch erdig und samtig sein. Balladen machen einen großen Teil des Programms aus.

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Nach kaum mehr als einer Stunde heißt es auch schon Abschied nehmen. Es gibt noch zwei Zugaben, eine davon ist die Hitsingle „Next To Me“. Kaum ist das Konzert zu Ende, geht das Saallicht an und die Fans entfliehen der Enge des Raums regelrecht. In einem entspannteren Rahmen hätte man der strahlenden Frau mit der großen Stimme noch stundenlang zuhören können.

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