Enthaltsames Fest und zwei Klassiker

„Fest“ nennt der 1977 geborene Komponist Hannes Seidl sein Auftragswerk des Hessischen Rundfunks. Zu Beginn des jüngsten Konzerts im Frankfurter Forum Neue Musik wurde das knapp viertelstündige Stück vom hr-Sinfonieorchester uraufgeführt.

Das „Fest“ ist freilich ein hoch enthaltsames: Knappe Tutti-Schläge prägen das Werk ebenso wie äußerst lang ausgehaltene Pausen, von Gast Arturo Tamayo exakt durchdirigiert.

Das Forum galt ansonsten modernen Klassikern: Bruno Madernas 1969 entstandenes Violinkonzert, dazu Karlheinz Stockhausens „Punkte“. Das waren nicht eigentlich neue Werke. Erfrischend klangen sie dennoch. In Madernas Violinkonzert war es der Geiger Thomas Zehetmair, der brüchige Flageolett-Klänge ebenso intensiv beisteuerte wie lang gehaltene Legati – eine überzeugende geigerische Intimschau auf das knapp halbstündige Werk, vom hr-Sinfonieorchester ebenso seriös begleitet, wie es nach der Pause Stockhausens 1952 entstandene, zehn Jahre später überarbeitete „Punkte“ für Orchester interpretierte. Es ist also gut und vertretbar, wenn das Forum Neue Musik als Rückschau auf nicht mehr ganz neue, aber frisch wirkende Werke dient. AXEL ZIBULSKI

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