Swingende „Sinatras Rat-Pack-Show“ im Capitol Offenbach

Evergreens im Dutzend

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Jörg Brüggemann und die Formation „Swing Summit“ gefielen mit Sinatra-Klassikern. 

Offenbach - ABBA gaben sich bereits die Ehre, danach Elvis Presley und jetzt also das „Rat Pack“ um Frank Sinatra. Nicht, dass all diese Showbiz-Größen leibhaftig Station im Offenbacher Capitol gemacht hätten. Von Maren Cornils 

Aber immerhin ließen musikalische Revuen Lebensgefühl und Rhythmus der großen Musiklegenden wiederaufleben. Zu „Sinatras Rat-Pack-Show“ waren Swing-Fans und Anhänger von „Ol‘ Blue Eyes“ nun eingeladen. Enttäuscht wurden sie nicht. Denn die Formation „Swing Summit“ mit neun Big-Band-Mitgliedern und Katja Ritter, Jörg Brüggemann und Sandro Luzzo am Mikrofon bot fast drei Stunden Mitreißendes aus der Swing-, Blues- und Broadway-Ecke. Dass die großen Sinatra-Evergreens wie „My Way“ oder „New York, New York“ nicht fehlen durften, versteht sich von selbst.  Ganz getreu Sinatras Motto, das Beste aus dem Leben herauszuholen, startet der Abend mit „Live until I die“, das, von Jörg Brüggemann interpretiert, noch etwas blass daherkommt. Doch spätestens mit dem Auftritt von Sandro Luzzo, der im Verlauf der Show immer wieder in die Rolle des feurigen spanischen Barmanns Juan de la Cruz schlüpft, um Kollegin Katja Ritter den Hof zu machen, kommt der Saal ins Swingen. Mit dem 1954 entstandenen „Mambo Italiano“ erinnert er an Dean Martin, ein Drittel des legendären wie trinkfreudigen „Rat Pack“.

Ob Broadway-Hits wie das aus dem Jahr 1937 stammende „Hello Dolly“, der in den 80ern dank David Lee Roth wiederbelebte Gassenhauer „Just a Gigolo“, hier mit Saxophon-Solo, oder „The Lady is a Tramp“ – Katja Ritter und Jörg Brüggemann, die im Gegensatz zu Sandro Luzzo, vor der Pause stimmlich noch nicht überzeugen, laufen im zweiten Teil der Show zur Bestform auf. Mal wird im Duett gesungen wie bei „Things We Used to Do“, mal glänzt Ritter als Preziosen-verwöhntes Glamourgirl wie in „Diamonds are a Girl’s Best Friend“, und ab und an darf auch Band-Oberhaupt Jörg Florian Müller sein Scherflein zum Gelingen beitragen, wenn er etwa mit Jörg Brüggemann den Cole-Porter-Hit „Well, Did You Evah“ schmettert und damit Bing Crosby und Frank Sinatra huldigt. Das Repertoire der Zwölf ist so abwechslungsreich wie mitreißend, und so kommen die Zuschauer nicht nur in den Genuss einer hervorragenden Interpretation des Brecht-Weill-Songs „Mackie the Knife“. Es klatscht auch fleißig zu Jim Croces „Bad, Bad Leroy Brown“ und zu „That’s Life“ mit, amüsiert sich über Luzzos gekonnte Pavarotti-, Elvis- und Dean-Martin-Parodie und wird im letzten Drittel der Revue noch einmal ordentlich fürs Applaudieren belohnt: Gegen Ende nämlich geben die drei Sänger noch einmal alles. Katja Ritter schmettert „Cabaret“ in bester Liza-Minelli-Tradition, haucht ein bluesiges „Summertime“ ins Mikro und übergibt mit „Big Spender“ an ihre zwei männlichen Begleiter.

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Und die stehen ihr in nichts nach. „Stuck Together Like Glue“ intonieren die beiden, dann darf Brüggemann das langersehnte „New York, New York“ zum Besten geben, eine seiner besten Interpretationen, und mit „Mr. Bojangles“ an den grandiosen Sammy Davis jr. erinnern. Der letzte Song gehört Sandro Luzzo, und so beschießt den Abend, wie könnte es anders sein, Sinatras „My Way“. Die, das wusste schon „The Voice“, wohl schönste und stilvollste Art, Goodbye zu sagen!

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