Ewig währt am längsten

Wenn „Peter, der Große“, wie ihn seine üppige Fan-Gemeinde ehrfurchtsvoll aber auch nicht ohne süffisante Ironie nennt, ruft, dann gibt es kein Halten mehr. Binnen kurzem waren die zwei Konzerte in der Frankfurter Alten Oper ausverkauft.

Anlass dieser für Maffay-Verhältnisse ungewöhnlichen Reise durch deutsche Kulturpaläste ist das im vergangenen Jahr erschienene Album „Ewig".

Zuerst nur im Akustik-Trio mit den Gitarristen Carl Carlton und Pascal Kravetz. Entspannte Routiniers auf Barhockern, die sich auf das Wesentliche konzentrieren. Wenig später fällt der Vorhang, schieben die Musiker Sitzgelegenheiten beiseite, verheißen gleißende Scheinwerfer hohe Phonwerte, und Maffay kommt schon zum Auftakt ins Schwitzen.

Übergangslos gesellt sich der Rest der mit Gästen oder Maffay-Veteranen wie Saxofonist Jon Smith, Gitarrist Frank Diez, Perkussionist Ray Cooper und Sängerin Eva Leticia Padilla aufgestockten Formation hinzu. Von da an wird auch schon mal derbe losgerockt. Dass der „ewige Steppenwolf“ der gar nicht mal so üblen Schlagervergangenheit längst überdrüssig ist, unterstreichen launige, mitunter ausufernd vorgetragene Zwischenansagen.

In schöner Regelmäßigkeit wechseln sich Uptempo und Balladeskes, Altbekanntes und Neues ab. Über weite Strecken solide Kost, die sich von Evergreens wie „Über sieben Brücken musst Du gehen“, „Eiszeit“ und „Liebe wird verboten“, die erst im dritten Teil zum Zuge kommen, nicht wesentlich unterscheiden. Mal mehr oder minder Subtiles zwischen Schlager, Pop und Rock offerieren Maffay und Co. Gewiss sogar ein wenig anspruchsvoller als vieles, was sich sonst so in diesem hart umkämpften Terrain tummelt.

Jovial gestattet Maffay seiner Band, sich solistisch zu präsentieren. Allerdings geraten stilistische Kurzausflüge von Carlton, Kravetz und Bertram Engel derart überzeugend, dass der Meister künstlerisch ins Hintertreffen gerät. Kravetz’ bluesiges „Dead Bird On The Beach“ jedenfalls provoziert intensiven Beifall. Aber schließlich bleibt ja alles in der Familie. Zum Finale dann noch die schon ein wenig abgegriffene Weisheit „Wenn nicht für immer, dann wenigstens Ewig“.

FERDINAND RATHKE

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