Frankfurt

Fantastische Reise ins Land Liliput

Wie viele Riesenschritte passen in eine Violinennote? Wie klingen trippelnde Liliputanerfüße, und wie löscht man am besten ein loderndes Feuer?

Fragen, die es für die kleinen Besucher von „Gullivers musikalische Abenteuer“ in der Alten Oper Frankfurt zu beantworten galt und die ordentlich Rhythmusgefühl erforderten.

Beim „Familienkonzert“ des „Ensemble MusiKuss“ der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst ging es darum, Gullivers Abenteuer und Georg Philipp Telemanns „Gulliver-Suite für vier Violinen“ kindgerecht auf die Bühne zu bringen. Ein Unterfangen, das dem musikalischen Leiter und Moderator Felix Koch – das war unschwer am Engagement seines begeisterten Publikums zu erkennen – hervorragend gelungen war.

Kinder zwischen fünf und 14 ruderten zu Kochs Erzählung mit den Händen, imitierten mit lautem Zischeln den Wind und wiegten eifrig einen imaginären Gulliver in ihren Armen. Für den musikalischen Teil der kunterbunten Fantasiereise waren Sachiko Ota, Chihiro Ashii, Johanna Fuchs und Alexander Wies verantwortlich, mal Telemanns Musik in den Vordergrund rückend, mal dezente Begleiter.

Vom Land der Liliputaner über die Insel Laputia mit ihren seltsamen Bewohnern bis hin zu den Houyhnhnms führt Gullivers Reise. Ein Heidenspaß – nicht nur für diejenigen, die das Glück haben, auf die Bühne gebeten zu werden, sich eines der farbigen T-Shirts anziehen und von dort aus das Geschehen bestimmen zu dürfen.

Am Ende der fantastischen musikalischen Reise gibt es nichtsdestotrotz lange Gesichter. Schließlich hätte Gulliver – ginge es nach dem Geschmack des Publikums – noch viele, viele Abenteuer zu erleben. Doch die Trauer darüber währt nur kurz und macht bald einem tosenden Applaus und hundertfachem Fußgetrampel Platz. Eine Beifallsbekundung, die so geordnet und rhythmisch klingt, als habe Felix Koch hier abermals seine Finger im Spiel gehabt.

(Maren Cornils)

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