Fast ein Heimspiel

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Mark Medlock live im Capitol.

Offenbach (zik) - Mark Medlock tummelt sich im dritten Jahr nach seinem Triumph bei der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ nach wie vor in den Hitlisten. Er hat 1,5 Millionen Tonträger verkauft.

Auch das jüngste Album „Club Tropicana“ hat Goldstatus erreicht. Dieter Bohlens Rechnung ist also wieder einmal aufgegangen.

Einer wie Medlock polarisiert. Auch dafür lieben ihn seine Fans. Keine kreischenden Teenies sind es, die den Offenbacher zum Heimspiel im bestens gefüllten Capitol erwarten. Es ist eher der Typus der Büroangestellten mittleren Alters, der im Publikum vorherrscht. Viele tragen T-Shirts, die sie am Merchandise-Stand erworben haben, andere schwingen Leuchtstäbe.

„Club Tropicana“: Palmen flankieren die Bühne, fortwährend werden Traumstrände, Sonnenuntergänge und andere Prospektidyllen projiziert. Musikalisch handelt es sich bei einem Gros der Nummern um eine Discosamba, auf die die Goombay Dance Band, Mutter aller leichtgewichtigen Südseeverheißungen im Discogewand, stolz sein könnte. Außerdem singt Medlock weich gespülten Croonersoul in der Manier von Lionel Richie.

Impressionen vom Konzert

„Bobbelsche“ heizt ein

Medlock klagt fortwährend über Heiserkeit. Reihum überprüft er nach und nach die Anwesenheit all seiner auf der Empore versammelten Freunde und Familienmitglieder. Teilweise erkundigt er sich nach ihrem Befinden. Der wohlmeinende Rat eines Zuschauers, er möge seine Freunde doch einfach mal anrufen, verhallt wirkungslos.

Für die Männer, sagt Medlock, habe er zwei „Pralinen“ mitgebracht. Gemeint sind die beiden erotischen Tänzerinnen. Auch sich selbst hat der hochgewachsene 31-Jährige, den die Fans „Bobbelsche“ nennen, einen Wunsch ausgebeten: Die blonde Background-Sängerin Yvonne, „steiles Stück“ und in einigen Nummern Medlocks Duettpartnerin, trägt – angeblich – keinen BH und kein Unterhöschen. Medlock rülpst. „Ich darf das, ich bin hier daheim.“

Es gibt einen Trost: Zieht man wahre Superstars vom Schlag Madonna, Michael Jackson, Prince oder Robbie Williams in Betracht, hat es Medlock bislang nur zum einfachen Star gebracht. Es sind aber für gewöhnlich nur die wirklichen Superstars, die richtig lange im Geschäft bleiben.

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