Fremdbestimmung, nein Danke

Eine Band erfindet sich vor dem Debüt neu - das ist selten. Submarien stellen aktuell ihr glanzvolles Erstlingswerk vor und verabschieden sich von konventionllem Rock. Von Holger Strehl

Als 2005 aus dem Nichts eine neue Rockband aus deutschen Landen auftauchte, sprach man gleich von der neuen Erfolgscombo. Doch die fünf jungen Bandmitglieder von Submarien wurden durch den anfänglichen Hype recht schnell misstrauisch und das womöglich zu Recht. Wie viele junge Bands machte sich Submarien durch eine Vielzahl an erfolgreichen und mitreißenden Livedarbietungen einen Namen. Sie erregte die nötige Aufmerksamkeit, um durch Mithilfe eines Labels und einem angekündigten Debüt theoretisch durchstarten zu können.

Das Video zu Submarien - Remaining ist auf myspace-video zu sehen.

Doch die Geschichte der Band um die kubanische Frontfrau Barbara Padron Hernandez nahm einen ganz anderen Verlauf. Das Studio war bereits gebucht, doch das Quintett beschloss, das bestehende Konzept nochmals zu überdenken. Die Lust, die bereits erarbeiteten Songs im Studio einzuspielen, war verschwunden. Somit standen die Musiker vor der entscheidenden Frage nach Aufgabe oder Neuanfang - sie entschieden sich glücklicherweise für letzteres und machten sich daran, neue Songs und einen neuen Sound zu kreieren.

Nun, einige Monate später, liegt es vor, das Erstlingswerk und trägt den passenden Titel „Not A Robot“. Die Metapher des Roboters stellt den unmündigen Sklaven dar, den willenlosen und fremdbestimmten Erfüllungsgehilfen. Und genau diesen will Submarien nicht verkörpern. Deswegen stampfte sie auch nach dem geplatzten Plattendeal ihre ersten Aufnahmen in Eigenregie - eben nicht als Roboter der Plattenindustrie. Ihr prägnanter und einfühlsamer Sound hat sich vom Genre „Rock“ weit entfernt.

Am besten sollte man sich live von den Qualitäten der Band überzeugen. Vor Ort ist dies am 05. Juni 2009, um 20.00 Uhr im Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt

Melancholie steht im Vordergrund, die einprägsame Stimme von Barbara Padron Hernandez besticht unweigerlich. Einem Genre lässt sich die Band nicht zuordnen und dennoch klingen die balladesquen Songs vertraut und ohne große Überraschungen. Die Vielfalt der Emotionen, die sowohl Lyrics als auch Melodien ausstrahlen, hört man besonders bei „See The Light“ und „The Distance Between“ heraus. Sie sind die stärksten Stücke des Debüts.

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