Fröhliches Geschrammel

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Luke Pritchard, Sänger der englischen Band The Kooks, weiß, was Frauen wünschen: Fröhliche Songs mit einer feinen Melodie.

Offenbach - . Vor gut fünf Jahren standen einmal vier junge englische Musiker auf der Bühne der Batschkapp in Frankfurt und hätten wohl lieber hundert Mal die Ösen ihrer Turnschuhe gezählt, als nur einmal den Blickkontakt mit dem Publikum zu suchen. Von Christian Riethmüller

Dabei hätte das schüchterne Quartett schon damals nur vor Begeisterung strahlende Gesichter der Zuhörer gesehen, die ahnten, dass Songs mit Titel wie „Seaside“ oder „She moves in her own way“ das Zeug zum Klassiker hatte. So langsam aber stetig dann der Erfolg des dazugehörigen Debütalbums „Inside in/Inside out“ wuchs, so sicherer wurde auch die Band auf der Bühne. Heute sind „The Kooks“ Stars und haben auch vor ausverkauften Sälen von der Größe der Offenbacher Stadthalle keine Angst mehr.

Die nahmen sie am Sonntagabend vielmehr im Sturm und konnten sich dabei vor allem auf die Hingabe des weiblichen Publikums verlassen, dass den fast schon unverschämt melodiösen Songs der Band aus Brighton meist noch einen vielstimmigen Chor verpasste.

Dabei wissen Sänger Luke Pritchard, Gitarrist Hugh Harris, Bassist Peter Denton und der nach längerer krankheitsbedingter Pause wieder zur band gestoßene Schlagzeuger Paul Garred selbst nur zu gut um die wunderbare Wirkung geschickt eingesetzten Harmoniegesangs, der die Kooks immer von der anderen Britpop-Bands der vergangenen Jahre abhob.

Wenn Harris" und Dentons Stimmen die Gesangslinien Pritchards umflirrten und umschmeichelten wie etwa bei „Sway“ oder „See the sun“, dann schien die Stadthalle für Momente wie verzaubert, auch wenn die Kooks während des gut achtzigminütigen Auftritts eigentlich immer recht flott unterwegs waren.

Inmitten der vielen Hits vom Debüt und vom famosen Zweitwerk „Konk“ fanden sich auch einige Stücke vom neuen, im September veröffentlichten Album „Junk of the heart“, das die Kooks ja etwas vom ursprünglichen, 60"s-beeinflussten Sound hin zu New Wave-Experimenten führte, deren Tauglichkeit sich erst noch beweisen muss. Im Programm fielen sie nicht negativ auf, sondern führten den fröhlichen Britpop mit fröhlichen Liedern zu fröhlichem Gitarrengeschrammel fort, der zwar ganz bewusst mit seinem Hitpotential kokettiert und nach Radioeinsatz verlangt, doch genauso gut am Lagerfeuer die Herzen wärmt.

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