Ein Funke verändert das Leben

Berlin - Schüchtern wirkt die Popsängerin Marit Larsen, als sie langsam die Tür ihres Zimmers im Berliner Hotel „Lux 11“ öffnet. Sie hat einen blauen Norwegerpulli an, setzt sich grazil auf ein beigefarbenes Sofa. Von Sandra Hottenrott (dapd)

Über ihr neues Album „Spark“, das heute in den Verkauf geht, sagt die 28-Jährige, sie sei damit zufrieden. Auf eine neue Hitsingle wie „If A Song Could Get Me You“ (2009) wagt sie aber nicht zu hoffen.

Seit 15 Jahren schreibt die zierliche Norwegerin Popsongs. Als sie die Hitsingle komponierte, sei alles genauso gewesen wie bei ihren anderen Stücken. Durch „If A Song Could Get Me You“ gewann sie tausende Fans. Gern würde sie dieses Erlebnis wiederholen, jetzt wo sie wisse, wie sich ein großer Hit anfühle. Aber unter Druck setzen lasse sie sich nicht, versichert die junge Frau.

Sie liebt melodische Popmusik

Überzeugen will Larsen auch diesmal mit harmonischen Refrains. Sie liebt melodische Popmusik. In eine Schublade gesteckt werden will sie aber nicht. „Spark“ springe von Landschaft zu Landschaft, erläutert sie. Einige Lieder gehörten zum Folk, andere seien vom Country inspiriert. Gemein ist ihnen, dass sie sich mit dem kleinen Moment beschäftigen, dem Funken, der alles im Leben verändert.

Den Zuhörern will sie das Gefühl geben, dass sie auch über deren Leben singt. Inspiriert wird sie von ihrem eigenen Leben und vom Alltag ihrer Freunde, erzählt Larsen. „Für die beste Geschichte bin ich bereit, Begebenheiten zu erfinden.“ Beeinflusst habe sie bei „Spark“ auch der Film „Blue Valentine“, den Larsen in New York gesehen hat. Dorthin hat es sie zum Liederschreiben verschlagen. Sie bewundert die Energie, die die Metropole durch ihre Widersprüche erzeugt, berichtet sie. Einerseits sieht sie die „Verrücktheit“, die überfüllten Straßen. Andererseits hat sie ein Apartment gehabt, wo sie in Frieden ihr Album schreiben konnte, freut sie sich.

Achtmonatige Abstecher war eine persönliche Reise

Der achtmonatige Abstecher war nicht zuletzt eine persönliche Reise. Die vielen Interviews und das Touren hätten sie mit der Zeit in eine „seltsame Blase“ gehüllt, klagt Larsen. Sie wollte wieder zu sich selbst finden. Für die anstehenden Konzerte fühlt sie sich vollkommen fit. Am 17. April tritt sie im Frankfurter Hof in Mainz auf, am 23. gastiert sie in der Frankfurter Batschkapp.

Die Konzerte allein im Rampenlicht zu bewältigen, ist ihr nicht immer leicht gefallen. Manchmal vermisst sie die Zeit mit ihrer Freundin Marion Raven, mit der sie das Pop-Duo M2M bildete, durch das sie bekannt geworden ist. Der Druck sei auf sie beide verteilt gewesen, und sie hätten gefeiert, wie es nur zwei Freundinnen könnten. Schließlich trennten sich die musikalischen Wege: Raven wählte den Rock-Pfad.

Einsam fühlt sich Larsen heute nicht. „Ich habe eine super Band“, strahlt sie. Dass Konzertreisen eine Mischung zwischen zu vielen Sozialkontakten und der Einsamkeit eines Hotelzimmers sind, daran hat sie sich gewöhnt. Mit der Stille der Nacht in einem fremden Bett kommt sie viel besser klar als früher.

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