Von der Banalität des Lebens

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Funny Van Dannen live im Mousonturm, Frankfurt, 6. Dezember 2009

Er ist Familienvater, Autor, Maler und Liedermacher: Funny Van Dannen. Der deutsch-niederländische Wahlberliner erzählt gerne Geschichten. Geschichten, die das Leben schreibt und mit denen sich ein jeder identifizieren kann...wenn man bereit ist, sich der Wahrheit zu stellen. Von leichter Ironie bis zu bissigem Sarkasmus reicht das Repertoire seines Wortwitzes, den er im ausverkauften Mousonturm eindrucksvoll demonstrierte. Von Holger Strehl

Mousonturm in Frankfurt:

www.mousonturm.de

Funny Van Dannen erzählt gerne von großen Gefühlen und kleinen Dramen, von Politischem und Absurdem. Er beobachtet gerne Nebensächlichkeiten und Ernstes und packt das Gesehene gekonnt in seine Songs.

Funny Van Dannen, Einzelkämpfer mit Gitarre

Der Wahlberliner, der an der niederländischen Grenze groß wurde, begann seine Karriere als Autor. Nachdem ihm bewusst wurde, dass er seinen erlernten Beruf des Werbegrafikers nicht im Geringsten ausüben möchte, widmete sich Funny dem Schreiben. Bereits Ende der 80er trat er mit selbstverfassten Geschichten und Gedichten in kleinen Kreisen auf, bevor er mit Beginn der 90er Jahre mehrere Bücher veröffentlichte.

Während den Lesungen griff er immer häufiger zur Gitarre und streute selbstkomponierte Lieder ein, die recht bald mehr Anklang als seine Leseproben erfuhren. Somit beschloss Funny Van Dannen sich mehr und mehr der Musik zu widmen und tourte seitdem regelmäßig im deutschsprachigen Raum.

Mehr zu Funny Van Dannen:

www.funny-van-dannen.de

2003 erschien seine erste Studio-Produktion „Herzscheiße“, die ihn aus dem kleinen Dunstkreis der überschaubaren Fans in eine Art Massentauglichkeit katapultierte. Doch er selbst distanziert sich davon und bleibt zurückhaltend. Funny Van Dannen möchte nichts wissen von Schubladen, in die ihn die Medien teilweise stecken wollen. Von „Spaß-Sozialist“ bis „Melancholiker“ gehen die Kritikerstimmen, doch Funny bleibt Funny.

Der Liedermacher auf Frankfurts Bühne

So auch im Mousonturm in Frankfurt, der am vergangenen Sonntag brechend voll war. Das Publikum im ausverkauften Haus zum Nikolaustag war amüsiert und begeistert von Funnys buntem Potpourri an Songs seines bisherigen Schaffens. Das einzige was fehlte waren die gewohnt bissigen Spitzen in Richtung Guido Westerwelle, obwohl die politische Gegenwart eigentlich dazu einlädt und der Zynismus angebrachter wäre denn je.

Mit Aussagen wie „Ich will den Kapitalismus lieben, aber ich schaffe es einfach nicht...“ oder seiner Sicht zum Thema „Humankapital“ ließ er schnell aus einem Schmunzeln ein herzhaftes Lachen entstehen. Trotz des 90-minütigen Auftritts hatte man am Ende das Gefühl, dass der eine oder andere wichtige Song fehlte, doch auch ein Funny Van Dannen hat ein Recht auf Feierabend und somit war es ein amüsanter und lebendiger Abend in Frankfurts Mousonturm.

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