Es geht auch ohne Bombast

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Seit einem Vierteljahrhundert bestimmen Vokalist Alexander Veljanov und Instrumentalist Ernst Horn eigenwillig den Kurs ihrer konzertierten Gegenkulturoffensive.

Offenbach - Seit einem Vierteljahrhundert bestimmen Vokalist Alexander Veljanov und Instrumentalist Ernst Horn eigenwillig den Kurs ihrer konzertierten Gegenkulturoffensive. Auf Duo-Besetzung reduziert, bieten sie Akustisches im spartanischen Ambiente. Von Ferdinand Rathke

Ein Experiment, das den Mut zur Eigenwilligkeit des Münchener Ensembles unterstreicht. Tosender Beifall brandet auf, wenn Deine Lakaien schwarz gekleidet die Bühne des Offenbacher Capitols entern. In melancholischem Moll gehalten sind die durchweg selbst komponierten Elegien, die ohne verzierende Arrangements noch mehr Flair zu entfalten verstehen. Kammermusikalisches aus 25 Jahren in 18 Varianten steht auf dem Programm mit bedächtigen Klassikern wie „2nd Sun“, „Return“ und „The Game“. Nur selten brechen sie aus dem lyrischen Schema aus. Einmal gönnen sie sich mit „Mirror Men“ bewusste Dissonanzen.

Ironischerweise befreit die Reduktion ihre außergewöhnliche Kunst aus dem Ghetto-Dasein. Umso verblüffender, das Veljanov und Horn schon nach einer Stunde und genau einem Dutzend Liedern sich zum Abschied verneigen. Doch über weitere sechs Songs, darunter neue Stücke wie „A Fish Called Prince“ und „Your World“, erstreckt sich der Zugabenblock, der mit „Away“ ein geradezu majestätisches Finale findet.

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