Wolf Schubert-K. mit neuem Album

Germanicana vom Main

+
Der in Dreieich lebende Musiker Wolf Schubert-K. hat sich vom Rock’n’Roll verabschiedet und spielt nun Roots

Dreieich - Der in Dreieich lebende Singer/Songwriter Wolf Schubert-K. hat ein neues Album eingespielt. An diesem Freitag wird es erstmals auf der Bühne vorgestellt. Von Detlef Kinsler

Eigentlich sollte die Veröffentlichung des neuen Albums von Wolf Schubert-K. & The Sacred Blues Band schon im Sommer 2012 gefeiert werden. Die Aufnahmen waren beendet, aber die Fertigstellung der CDs verzögerte sich ein ums andere Mal. Jetzt ist „The Next Few Miles“ endlich fertig und der Musiker als sein eigener Veranstalter und Promoter überlegt sogar, seine eigene Plattenfirma zu gründen. Ein echter Independent-Künstler also, der am 13. Dezember ab 20 Uhr in der Brotfabrik sein Record-Release-Konzert spielt.

Deshalb spricht er auch von der „Freiheit auf der einen und der neuen Verantwortung auf der anderen Seite, die Dinge jetzt selbst in die Hand zu nehmen.“ Dass das Konzert in Frankfurt-Hausen stattfindet, erfüllt ihn mit Stolz. „Weil die Brotfabrik ja auch für guten Folk und alternative Americana-Acts steht.“

Frankfurts Antwort auf Keith Richards

Dabei hat Sänger, Gitarrist und Songschreiber Wolf Schubert-K. eine echte Rock’n’Roll-Vergangenheit. Mit Bands wie den Dirty Birdies, The Burning Rubberdolls und den Cosmic Twins war er am Start, gab optisch Frankfurts späte Antwort auf Keith Richards, tourte exzessiv, lebte ungesund, bekam massive gesundheitliche Probleme und musste eine längere Bühnenpause einlegen. Das Schreiben neuer Songs wurde Teil seiner Therapie. In dieser Zeit entdeckte der Fan von Chuck Berry, Bob Dylan, Neil Young und Emmylou Harris auch die Gospel-Variante einer Julie Miller.

Gerade dieser Tage hört er zuhause in Dreieich, wo er der Liebe wegen von Frankfurt-Bockenheim aus hingezogen ist und im Sommer auch auf Burg Hayn heiratete, oft Mavis Staples, um Kraft zu tanken für die neuen Herausforderungen. „Ich finde richtige Gospelmusik so sinnlich“, schwärmt er. Für ihn verkörpert diese Musik auch den innerlichen Kampf zwischen weltlicher/fleischlicher Versuchung und dem Glauben an das wahrhaftig Gute.

Folk, Blues und Country

„The Next Few Miles“ beschreitet der Schlaks ganz klar in Richtung Roots Music. „Im Moment tendiere ich schon dazu, die E-Gitarre an den Nagel zu hängen“, bekennt er. Und so tauchen immer wieder Begriffe wie Folk, Blues und Country bei der Beschreibung seiner Musik auf. „Folk definiert für mich den puristischen Aspekt meiner Musik, das Akustische, das Ursprüngliche, immer und überall spielen zu können ohne den ganzen technischen Aufriss“, sagt der Musiker. „Der Blues ist eine Wurzel meiner Musik, eine Geisteshaltung. ,Blue’ zu sein hat für mich immer etwas mit Melancholie zu tun, ein Zustand, den ich sehr schätze. Weil er die Dinge auch immer wieder in Frage stellt“, sagt er. Bleibt Country. „In Deutschland ist der Begriff immer noch sehr negativ besetzt. Es wird Zeit, alte Vorstellungen zu entstauben und den Leuten nahe zu bringen wie viel Tiefe und Emotion dieses Genre zu bieten hat.“

Weitere Informationan auf Wolf Schubert-K.s Homepage

Nicht einfach für einen, dessen Lebensader der Main und nicht der Mississippi ist. „Ich bin mir bewusst, wo ich herkomme und will auch gar nicht vorgeben, was anderes zu sein als ich bin“, betont der Musiker immer wieder in Interviews. Sein verstorbener Freund, der Journalist und Musikmanager Bob Lyng, prägte in Anlehnung an Americana das neue, augenzwinkernde Genre „Germanicana“. „Wenn ich mein eigenes Label gründe, werde ich es so nennen“, verspricht Wolf Schubert-K.. „Ich finde den Begriff super, schließlich ist Americana die Melange aller europäischer Folkmusik-Stile im amerikanischen Kontext gespiegelt. Und jetzt schwappt das Ganze wieder zu uns zurück und wir machen unser eigenes Ding daraus.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare