Glanzvolle Rückkehr an den Main

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Die Sopranistin war etwa eine betörende Königin der Nacht in Mozarts „Zauberflöte“, hat sich längst aber auch als lyrische Interpretin einen Namen gemacht.

Das Engagement an der Oper Frankfurt bedeutete für Diana Damrau einen entscheidenden Schritt zur internationalen Karriere. Die Sopranistin war etwa eine betörende Königin der Nacht in Mozarts „Zauberflöte“, hat sich längst aber auch als lyrische Interpretin einen Namen gemacht. Mit einem französisch-englisch-deutschen Programm gastierte Diana Damrau, die bis 2002 an der Oper Frankfurt verpflichtet war, nun im Großen Saal der Alten Oper. Von Axel Zibulski

Sie sitzen so weit weg, kommen Sie doch nach vorn“, forderte die Sopranistin ihr Publikum nach dem ersten Zyklus mit Liedern des französischen Spätromantikers Gabriel Fauré auf. Gewiss: Groß und voluminös ist ihre Stimme nicht, doch umso mehr sollte sich die Nähe zum Podium lohnen. Als Diana Damrau Zwischentöniges von Claude Debussy oder eben die Lieder Gabriel Faurés sang, waren es nicht nur ihre vorzügliche französische Diktion und ihre leuchtend klaren, fast schwerelosen Höhen, die bei diesem Pro-Arte-Konzert begeisterten: Faurés Impressionen von Traum, Mondschein und einer „fortgeworfnen Blume“, Debussys tönende Bilder von Flieder oder Sternennächten hatten kostbaren Charme und Eleganz. Damraus Vokalkultur ist großartig, jede Phrase war durchdacht und doch organisch. Aber eben so gewannen die stets etwas artifiziellen französischen Lieder Glanz und Noblesse – eine vokal edle Angelegenheit, die Helmut Deutsch als routinierter wie feinfühliger Pianist angemessen mitgestaltete.

Lieder mit großem Ernst gesungen

Aus Briefen und Tagebucheinträgen von Englands Königin Victoria hat der 1980 geborene Londoner Komponist Iain Bell einen fünfteiligen Lied-Zyklus geformt. Royales mit romantischem Sentiment, das vermitteln Bells Lieder frei von avantgardistischen Elementen. Damrau sang sie mit großem Ernst und distanzierter Leidenschaft; viel Applaus gab es für den anwesenden Komponisten, aber auch für sie – erst recht nach der finalen Gruppe mit Liedern von Richard Strauss. Dessen versöhnliches „Und morgen wird die Sonne wieder scheinen“ dürfte man selten so verträumt, verhalten und im Stillen stark gehört haben.

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