Glenn Miller Orchestra in der Alten Oper

Jazziges Gebläse wieder gefragt

Frankfurt - Fuß-Wippen war Trumpf. Von einem fachkundigen Publikum spontan vollzogen, das im Jazz übliches Mitklatschen auf zwei und vier sogar mit Zwischenschlag beherrschte. Von Klaus Ackermann 

Denn in der erstaunlich gut besuchten Alten Oper gab es Bigband-Jazz der legendären Swing-Ära, exerziert von einem ungemein starken Gebläse. Will Saldens Glenn Miller Orchestra schuf Ballroom-Atmosphäre im Großen Saal. Doch ans Tanzen war nicht zu denken bei dieser zünftigen Show der Allstars per Soli und Gesang.

Show muss sein

Und auch die finalen Pointen eines Count Basie („Splanky“) sind dem Pianisten Salden vertraut, der sich als Bandleader aufs notwendige Dirigat beschränkt. Faszinierend seine auf dem Klavier stilistische Welten durcheilende Intro zum fetzig dargebotenen „Sweet Georgia Brown“. Den Gesangspart hat zudem die modisch auf die 1950er Jahre abfahrende Miett Molnar gepachtet, Jazz-Stimme von Geblüt, aber auch in Evergreens wie dem „Sentimental Journey“ daheim. Zudem mischt sie an vorderster Front beim „Freshmen“-Sound des Extrachors mit, den noch Salden und drei weitere Bandmitglieder bilden, die Millers „Chattanooga Choo Choo“ neu aufpolieren.

Ein bisschen Show muss sein – hier sind die vier Posaunisten kaum zu bremsen, die es bei ihren „Duwaduwaa“ in „Tuxedo Junction“ zur Bühnenrampe drängt. Ihre hutförmigen Posaunen-Dämpfer dienen dem agilen Drummer für ein launiges Trommel-Intermezzo, der in seinem Solo auf Benny Goodman’s „Sing, Sing, Sing“ wie eine Wiedergeburt des Schlagzeug-Haudegen Gene Grupa wirkt. Allerhand los also in Millers Namen, dessen unsterbliches „In The Mood“ das Zugabenpaket krönt.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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