Die gloriose Band Miraculous Mule im Ponyhof

Essenz einer tollen Plattensammlung

Frankfurt - Musikalischen Schatzsuchern könnte der Name Michael J. Sheehy nicht nur wegen seiner Zeit bei der englischen Gospel-Rock-Band Dream City Film Club ein Begriff sein. Von Christian Riethmüller

Der Sänger und Gitarrist darf sich auch als geistiger Vater der „Spoonful“-Sampler ansehen, für die Enthusiasten immer wieder verblüffende Kompilationen obskurer Blues,- Gospel-, Soul-, Rocksteady-, Beat- und Rocksongs zusammenstellen.

Wie ein solcher Mix aus einer faszinierenden Plattensammlung hört sich nun auch die Musik von Sheehys neuem Trio Miraculous Mule an, das jetzt im Sachsenhäuser Club Ponyhof sein Debütalbum „Deep Fried“ vorstellte. Das besteht zum großen Teil aus Gospel-Traditionals wie „I’m A Soldier (In The Army Of The Lord)“, die allerdings eine gehörige Bluesrock-Infusion verabreicht bekommen haben und in den Versionen von Sheehy, Bassist Patrick McCarthy und Trommler Ian Burns klingen, als sänge ein Reverend mit der Stimme von Dr. John oder Tom Waits zur Begleitung der Black Keys. Dass hier selbst der Teufel Reißaus nehmen müsste, derweil die entzückte Gemeinde sich dem rhythmischen Rausch hingibt, versteht sich von selbst. Wenn es ein Genre „Voodoo-Gospel-Bluesrock“ nicht schon gibt, dann ist es von nun an erfunden worden. Ein Klassiker von morgen - nicht nur für Schatzsucher.

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Rubriklistenbild: © Miraculous Mule

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