Mit Gondel und 30-Meter-Bühne

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Der Rocker will die Commerzbank-Arena füllen.

Frankfurt - Hut, Zigarre, Sonnenbrille. Udo Lindenberg legt seine Markenzeichen fast nie ab. Kaum verwunderlich, dass er mit ihnen auch in der Frankfurter Commerzbank-Arena auftaucht. Von Sonja Achenbach 

Und das obwohl es für den 68-jährigen Rockmusiker eigentlich viel zu früh ist: „Guten Morgen“, raunt er durch eine Wolke Zigarrendunst. „Bis eben habe ich noch geschlafen. “ Normalerweise schläft er am Tag und arbeitet in der Nacht, denn kann küsst ihn die Muse. Selbst so früh am Morgen ist der Panikrocker aber schon in Hochform. Er ist nach Frankfurt gekommen, um seine Stadiontour im nächsten Jahr anzukündigen: Im wilden Westen und im heißen Osten hat er schon gespielt. Jetzt peilt er Hamburg im coolen Norden, die Hauptstadt und die rockige Mitte Frankfurt als Tour-Ziele an. Am 18. Juli wird er vor wahrscheinlich 40 000 Zuschauern auf der Bühne im Waldstadion stehen. An Frankfurt hat Udo Lindenberg gute Erinnerungen: „1973 haben wir hier gestartet“, sagt er und erinnert sich an spätere Auftritte in Clubs wie dem Tigerpalast, Cooky’s und der Batschkapp. „Da rocken die Greise, da trommeln die Embryonen gegen die Bauchdecke.“

Seit 40 Jahren ist er jetzt im Geschäft und muss sich auch heute manchmal noch kneifen, um sicher zu sein, dass alles real ist. „Ich bin schon ein echter Glückspilz“, sagt Udo. Deswegen wagt er sich jetzt mit den Stadionkonzerten auch an einen „völlig neuen Kick“. Dazu gehört, dass er in einer Gondel bis zu 80 Meter hoch über seinem Publikum schwebt oder manchmal auch ganz nah an die Menschen heran fährt. „Erst hatte ich ganz schön Bammel davor. Aber als ich es dann ausprobiert habe, hat es mir riesigen Spaß gemacht“, erzählt der Panikrocker von seinen Erfahrungen.

Udo Lindenberg auf Werbetour im Frankfurter Stadion

Udo Lindenberg auf Werbetour im Frankfurter Stadion

Mit diesem technischen Trick will er die Anonymität der großen Masse im Stadion aufbrechen, denn am liebsten spielt er für jeden einzelnen Konzertbesucher ganz persönlich. Überhaupt wird die Tour durch die Stadien zu einem „Mega-Rock-Event“, sagt Udo Lindenberg. Ein dreiviertel Jahr habe er mit seinem Team an der Gestaltung der Show gearbeitet. 600 Lieder hätten sie durchforstet um die richtige Dramaturgie zu entwickeln. Herausgekommen sei auch eine 30 Meter lange Bühne, auf der er „wie eine Gazelle, auf und ab springt“, sagt der mittlerweile fast 70-jährige Paniker. Für die besonderen Effekte soll eine LED-Lightshow sorgen, über die Udo sagt: „Sie ist wie eine Droge für mich, deswegen brauche ich auch keine anderen mehr.“

Als Vorgeschmack spielt der Altrocker „Mein Ding“ und „Hinterm Horizont“. Dabei unterstützen ihn Teile seiner Band und neun Kinder der „Kids on Stage“ – die ihn bei seinen Konzerten unterstützen. Wer neben Clueso und Josephin Busch außerdem dabei sein wird, will er nicht verraten, lächelt und zieht genüsslich an seiner Zigarre – der zweiten seines noch jungen Tages.

Hinterm Horizont Konzert in Berlin mit Udo Lindenberg

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