Gottschalk schlägt Tür nicht endgültig zu

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Thomas Gottschalk ist bald weg, aber "nicht aus der Welt"

Berlin - Thomas Gottschalk hat die Tür zu “Wetten, dass..?“ anscheinend nicht vollständig zugeschlagen. Mit einer vagen Aussage schürt er Hoffnungen auf eine Rückkehr in der Zukunft.

“Es ist wirklich kein Drama, wenn ein Moderator nach 25 Jahren bei einer Sendung sagt: “Nun ist gut.“ Wer auch immer mir nachfolgt, stellt das Ding wieder auf null, und zeigt mal, wie gut es geht - und wenn es nicht geht: Ich bin ja nicht aus der Welt“, sagte der 60-Jährige am Donnerstagabend in der ZDF-Talkshow “Maybrit Illner“. Gottschalk hatte am vergangenen Samstag bekanntgegeben, die ZDF-Show “Wetten, dass..?“ im Sommer abzugeben - nach 25 Jahren.

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Der schwere Sturz von Wettkandidat Samuel Koch in der Show am 4. Dezember 2010 habe ihn hart getroffen. “Dieser Unfall hat mich natürlich aus den Gleisen geworfen. Da ist etwas passiert, was nicht hätte passieren sollen, nämlich dass die Unterhaltung, dass die Show plötzlich tragisch wurde. Da war nichts mehr schön zu moderieren. Und da ist mir für einen Moment das Herz stehen geblieben“, sagte er immer noch merklich betroffen. Koch wird weiter mit Lähmungen in einer Schweizer Spezialklinik behandelt; es ist unklar, ob er je wieder laufen kann.

Der Unglücksfall habe die Sendung nachhaltig verändert, sie habe ihre Unschuld verloren, sagte Gottschalk: “Wir können nicht mehr sagen, wir riskieren's. Jetzt ist plötzlich der Wurm irgendwo drin - und der wird auch drin bleiben.“ Das ZDF hat reagiert und hochriskante Wetten für die Zukunft ausgeschlossen - und das alles mitten in einem starken Konkurrenzkampf: “Ich bin eindeutig mit der Sendung (...) im Quotendruck. Der Kollege Bohlen war mir schwer auf den Fersen“, sagte der Entertainer.

Er kritisierte erneut Castingformate wie die RTL-Sendung “Deutschland sucht den Superstar“ mit Dieter Bohlen - solche Shows seien zwar gut gemacht und durchaus unterhaltsam, aber hier würden junge Leute vorgeführt, die sich nicht wehren könnten. Als Moderator mache er sich zwar auch zum “Hans Wurst“, aber das sei sein Beruf. “Ich habe immer ein bisschen ein Problem, wenn Leute, die dem nicht gewachsen sind, in diese Mühle reinkommen“, das sei bei vielen jugendlichen Castingteilnehmern so.

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Zur Stagnation im deutschen Fernsehen, das besonders in der Unterhaltung kaum Neues hervorbringe, sondern großteils international erprobte Formate in Lizenz anbiete, sagte Gottschalk, daran sei auch die “verfluchte Quote“ schuld: “Wenn heute irgendetwas versucht wird, und das rechnet sich nicht sofort (...), dann wird man es gleich wieder lassen.“ Da sollten die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF mehr Mut zu zeigen, da sie den kurzfristigen Erfolg anders als die Privatsender nicht unbedingt bräuchten. Die entscheidende Frage für die Zukunft sei: “Gelingt es uns, uns aus diesem Quotendruck und dieser Gleichmacherei zu befreien.“

dpa

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