Rockband Guano Apes bald in der Hugenottenhalle

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Ziehen seit geraumer Zeit wieder an einem gemeinsamen Strang: Guano Apes mit Frontfrau Sandra Nasic.

Offenbach - „Open Your Eyes“ war der erste große Hit von Guano Apes - und der Beginn einer Erfolgsgeschichte mit über vier Millionen weltweit verkauften Tonträgern, die 2003 jäh unterbrochen wurde, als man getrennte Wege ging. Von Enrico Sauda

Das 2011 erschienene Album „Bel Air“ dokumentierte die Wiedervereinigung der Göttinger Band. Bei wunderschönem Wetter lässt Sandra Nasic, Sängerin der deutschen Rockgruppe Guano Apes, die Seele baumeln. Irgendwo auf Sardinien bei Olbia fläzt sie sich in einem Liegestuhl, nippt an einem Getränk und genießt das wunderschöne Wetter. Sie tankt Kraft. Schließlich gab ihre Band gerade einige Konzerte und ist dieser Tage wieder unterwegs in Europa. Unter anderem machen die Guano Apes an diesem Freitag in der Hugenottenhalle Station. Da kriegen die Fans kräftig was auf die Ohren, versichert Nasic.

„Wir haben in all den Jahren schon ein paar Alben aufgenommen, so dass wir uns zum ersten Mal hinsetzen und überlegen müssen, welche Songs wir nicht spielen“, berichtet die 38-Jährige. „Aber wir werden wohl von jedem Album etwas bringen.“ Außerdem verspricht sie eins: „Es wir wild und melancholisch zugleich.“

Gruppe in Göttingen gegründet

Wild sind die Konzerte der in Göttingen gegründeten Gruppe schon immer, aber melancholisch? Wohl wegen des Bandgeburtstags. werden die Guano Apes in diesem Jahr doch zwanzig Jahre alt - die kreative Auszeit nicht berücksichtigt. „Nein, zum Jubiläum haben wir nichts geplant. Ich kann mir vorstellen, dass wir am Ende der Tournee alle zusammen essen gehen.“ Zwei Jahrzehnte im Geschäft, das ist doch ein guter Grund zum Feiern. „Ach was, das ist nur so eine Zahl“, meint Nasic.

In der Zeit veränderte sich allerdings so manches. Vieles zum Positiven. „Wir haben so viel Spaß wie nie zuvor, und es wird immer lustiger“, berichtet die Sängerin, die von sich selbst sagt, dass sie früher eher „ein Kopfmensch war, der sich viele Gedanken gemacht hat“. Allerdings entwickelte sich auch die Arbeitsweise der Band - „wir lassen uns von den Erwartungen anderer nie großartig beeinflussen und wissen, dass es wichtig ist, sich selber glücklich zu machen“, findet Sandra Nasic.

Doch nicht nur bei der Herangehensweise und der Umsetzung änderte sich im Laufe der Jahre etliches, auch die Welt des Musikgeschäfts drehte sich weiter. „Für uns Künstler ist das momentan alles andere als eine tolle Situation“, meint Nasic. „Ich bin froh, dass wir die Gema haben, aber es müssen auch weitere Regulierungen getroffen werden“, fordert die Sängerin, die der CD keine große Zukunft vorhersagt: „Sie wird es bald nicht mehr geben.“

Rockmusik in der Hugenottenhalle (Archiv)

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Außerdem prognostiziert sie, dass die Künstler künftig nicht mehr nur die Musik komponieren, Texte schreiben und ihre Stücke arrangieren werden, sondern dass die gesamte Wertschöpfungskette in ihren Händen liegt - bis hin zur Vermarktung. Sandra Nasic sieht das als einen großen Vorteil an, ihre Band geht bereits einen Schritt in diese Richtung und fordert Künstler, Designer und Illustratoren aus aller Welt auf, das Design für das offizielle T-Shirt zur „Offline“-Tour zu gestalten.

Zuletzt machte Nasic allerdings nicht nur mit den Guano Apes von sich reden. Unter anderem war sie Teilnehmerin bei der Sendung „Sing meinen Song“. „Da waren gute Leute dabei und wir hatten immer beste Laune“, erinnert sie sich. „Es gibt wirklich Schlimmeres, als mit anderen Musikern über Musik zu reden und Musik zu machen. Es war ein Experiment, das total aufgegangen ist und eine tolle Erfahrung für mich.“ Vom Fernsehen hat sie noch lange nicht genug. Nasic: „Es stehen noch Projekte an, aber da ist nichts wirklich spruchreif.“ Die Guano Apes gastieren am 24. Oktober in der Neu-Isenburger Hugenottenhalle.

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