Hände hoch, die Briten kommen!

„Los manos arriba! Dies ist ...“, nein, kein Banküberfall, sondern nur ein Konzert, doch hier wie da ist jeder Widerstand zwecklos. Auch wenn die englische Band The Rifles den Weg in die Stadien wohl nicht mehr finden wird, hat sich die Ochsentour des nahezu permanenten Konzertierens seit der Veröffentlichung ihres Debütalbums „No Love Lost“ vor knapp drei Jahren doch gelohnt. Von Christian Riethmüller

Zumindest live kann sich das Quartett auf jeden Fall zur Spitze des Britpop- und Retrorock-Revivals zählen. Ob die Band aber mit ihrer neuen Platte „The Great Escape“ noch groß in Erscheinung treten kann, wird vor allem daran hängen, wie lange noch Franz Ferdinands Bloc Party im Maximo Park nachgefeiert wird.

Zu dieser Party, das zeigte das sehr gut besuchte Konzert der Rifles in der Frankfurter Batschkapp, kann die Band nicht nur alte Kracher wie „Local Boy“ oder das so überragende wie unvergängliche „Peace And Quiet“, sondern auch neue Streiche wie das himmelsstürmende „Science In Violence“ oder den Titelsong „Great Escape“ beisteuern. Der Feier entfliehen können die Rifles nicht. Sänger Joel Stoker und seine Kumpels verharren im gekonnten Spagat zwischen „The Clash“ und „The Jam“. Doch fehlt letztlich die Abwechslung, auch weil die Gruppe den an „Madness“ und den „Specials“ geschulten Ska-Anteil fast komplett zurückgefahren hat.

Auf der Bühne fiel das nicht weiter ins Gewicht. Gitarrist Luke Crowther trieb mit seinen Riffs die ohnehin flotten Songs noch etwas mehr an, was den Kontrast zu den wenigen Midtempo-Stücken fast schon zu scharf ausfallen ließ. Doch es ist ja gerade der mitunter ungestüme Elan, den die Fans an den Rifles so schätzen. Deren Pulver war leider nach 70 Minuten und vier Zugaben verschossen, doch das Publikum hatte da schon dankbar die Waffen gestreckt.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare