Trotz schwerem Unfall beim Dreh

"Um Himmels Willen" : Weihnachten in Afrika

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Janina Hartwig und Fritz Wepper begeistern die Zuschauer mit "Um Himmels Willen".

München - Noch immer gilt „Um Himmels Willen“ mit Fritz Wepper als eine der erfolgreichsten Serien. Der Dreh zum Weihnachtsspecial war jedoch von einem tödlichen Unfall überschattet.

Es weihnachtet in Kaltenthal. Schnee fällt auf das malerische Städtchen mit seinem barocken Kloster . Überall brennen Kerzen und glitzern Engel, Plätzchen werden gebacken. Die Nonnen unter ihrer resoluten Leiterin Hanna ( Janina Hartwig ) tun Gutes - und Bürgermeister Wöller ( Fritz Wepper ) ist mal wieder in krumme Geschäfte verwickelt, die diesmal ihren Ursprung in Nigeria haben. Beide Dauerkontrahenten haben ihre Gründe, gemeinsam in das afrikanische Land zu fliegen. Dort, unter Palmen, Strohhütten und wilden Tieren, in ein traditionelles bodenlanges Seidengewand gehüllt, erlebt das korrupte niederbayerische Stadtoberhaupt sein blaues Wunder.

Von tödlichem Unfall überschattet

Ein idyllisches und typisches Bild, das der deutsche TV-Zuschauer von der TV- Serie „Um Himmels Willen“ im diesjährigen Weihnachtsspecial „Mission unmöglich“ an diesem Donnerstag (20.15 Uhr) präsentiert bekommt. Allerdings war der Dreh, der in Wirklichkeit in Namibia stattfand, von einem schrecklichen Unfall überschattet. Bei Vorarbeiten zu den Aufnahmen im März 2011 hatte ein acht Jahre altes Leopardenmännchen die Regieassistentin Veronika B. (46) angefallen und mit einem Biss getötet. Erst ein Jahr später als geplant wurden die Arbeiten wieder aufgenommen.

Bürgermeister Wöller trifft in Afrika seinen schwarzen Amtsbruder im Geiste, einen gewissen Motavatu (Calvin Burke), der - wuchtig und trinkfreudig wie er - schon mal Entwicklungshilfegelder umleitet, um sich eine Rennstrecke zum Flughafen bauen zu lassen. Autor Michael Baier schrieb die neunzigminütige Geschichte, die aus der Spiegelung des dubiosen Charakters der männlichen Hauptfigur ihre bizarre Komik bezieht.

Kommissare beim Kultkrimi Tatort

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Trotz des Afrika-Ausflugs: Noch immer bietet die im Auftrag der ARD von der neuen deutschen Filmgesellschaft (ndF) produzierte Serie gepflegte, regional verortete und mit gestandenen Darstellern angereicherte Abendunterhaltung - nicht mehr und nicht weniger. Die könnte manchem vielleicht als etwas naiv und seicht anmuten, amüsiert aber mit ihrem permanenten Clinch zwischen weltlicher und himmlischer Macht seit Januar 2002 pro Folge bei leicht steigender Tendenz rund sieben Millionen Zuschauer.

Bereits in die zwölfte Staffel geht es mit 13 neuen Folgen am 8. Januar, 20.15 Uhr - Thema wird dann unter anderem das vor der Wahl urplötzlich aufkeimende Umweltbewusstsein des Lokalpolitikers Wöller, der sich als Ober-Öko profilieren will. Und die neue, ein wenig schrille Mutter Oberin Baronin von Beilheim (Gaby Dohm als Nachfolgerin der 2011 gestorbenen Rosel Zech) spielt mit dem Gedanken, Kaltenthal zur Ordenszentrale zu machen - was die Schwestern natürlich in Aufregung versetzt.

dpa

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