Kings of Leon in der ausverkauften Festhalle

In der Hitze der Nacht

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„You look hot“: Auch Kings of Leon-Frontmann Caleb Followill musste in der einer Sauna nicht unähnlichen Frankfurter Festhalle mächtig schwitzen.

Frankfurt - Das Familienunternehmen Kings of Leon hat am Mittwochabend leichtes Spiel. Einheizen müssen die drei Brüder und ihr Cousin dem Publikum nicht. In der Frankfurter Festhalle herrscht tropisches Klima. Schwül, stickig. Von Katharina Hempel

Die zu Fächer umfunktionierten Konzertkarten der Fans durchschneiden die Saunaluft nur mit Mühe. Wer kann, fiebert dem Konzertbeginn außerhalb des Kessels entgegen. Auf dem kühlen Marmorboden der Gänge im Eingangsbereich. „Der Abend hat sich schon alleine deswegen gelohnt, weil ich danach drei Kilo leichter sein werde“, sagt eine Besucherin.

Lange muss sie nich mehr auf die drei Brüder Followill und ihren Cousin warten. Pünktlich um 21.15 Uhr erlöschen die Lichter in der ausverkauften Festhalle. Die Scheinwerfer färben die Bühne blutrot, das Publikum jubelt.

„You look hot“

Kaum durch Lied Nummer zwei gekrault („Crawl“), schnappt sich Leadsänger Caleb Followill das Handtuch, das aus seiner Hosentasche baumelt. Später muss sein T-Shirt als Schweißtupfer herhalten. Der Sänger der Band sieht aus, als hätte er im Regen gestanden. Den Beweis liefert seine Nahaufnahme auf den Videoleinwänden: strähnige Haare, nass-glänzendes Gesicht. Doch die Jeansweste trägt er stoisch weiter. Um die Trockenpause zu überbrücken, ruft Caleb der Masse vor der Bühne ein „you look hot“ zu. Ob er findet, dass seine Zuhörer heiß aussehen oder als ob ihnen heiß wäre – das Kompliment dürfen die Fans auslegen, wie sie es lieber mögen.

Trotz Hitzeschlacht: Knapp zwei Stunden lang begeistern Kings of Leon ihr Publikum mit den Liedern ihres letzten Albums „Come Around Sundown“ und den Hits von dessen Vorgänger „Only by the Night“. Dazu kommen Publikumslieblinge wie „Taper Jean Girl“ vom zweiten Album. Die Vier aus Nashville, Tennessee, sind stimmlich sowie instrumentell stark und präsent. Ihre Musik überzeugt ohne große Show. Der Sound umspült die Menge, trägt sie mit sich fort.

Drei Zugaben trotz Hitzeschlacht

Um kurz nach halb elf verlässt die Band die Bühne. Aber nur wenige Minuten lang. Pfeifende und klatschende Fans fordern sie zurück an die Mikrofone. Drei Zugaben sind noch drin. Darunter das heiß ersehnte „Sex on Fire“. Ein Lied, das an diesem Abend eine ganz neue Bedeutung bekam.

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