Saisonplanungen

hr-Bigband: stark geforderte „Werkskapelle“

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Auch als Begleiter, unter anderem von Rebekka Bakken, ist die Bigband gefragt.

Frankfurt - Hörfunkdirektor Heinz-Dieter Sommer ist stolz er auf die hr-Bigband und die Arbeit des Chefdirigenten Jim McNeely. Von Detlef Kinsler

„Es ist gelungen, eine Marke in der musikalischen Welt zu setzen“, sagt er und sieht die Entwicklung einer seiner „Werkskapellen“ als „sehr erfolgreich“. Doch wenn man nach einer „Bestandsgarantie“ fragt, beeilt sich die scheidende hr-Musikchefin Andrea Zietzschmann zu erklären: „Die Bands müssen sich im täglichen Geschäft immer wieder beweisen. “ Die Herausforderung nimmt das Team um Orchestermanager Olaf Stötzler allzu gern an.

Und Stötzler kann im Sinne der stilistischen Vielfalt verkünden, dass das erfolgreiche Konzept mit drei festen Gastdirigenten in die nächste Runde geht. Die Verträge von Jörg Achim Keller, Ed Partyka und Mike Holober wurden verlängert, ebenso erfreut ist der Manager über den Erfolg der vielen Kinder- und Jugendprojekte, die erneute Zusammenarbeit mit dem Tanzlabor 21, die fruchtbare Kooperation mit dem hr-Sinfonieorchester und dem Ensemble Modern bei der Biennale für Moderne Musik, „Cresc“. Das „Enjoy Jazz“ in Mannheim und das „Jazzfest Berlin“ wünschten sich die Wunderkammer XXL von ECHO-Jazz-Preisträger Michael Wollny für ihre Programme, beim Musikfest der Alten Open ist man mit Strawinsky-Transformationen am Start, die Buchmesse bat passend zum diesjährigen Schwerpunkt um einen „Viva Brasil!“-Abend und die hr-Sinfoniker holen die Bigband zur grenzüberschreitenden „Minimal Art“-Begegnung.

„Wer sind wir eigentlich heute?“

Jim McNeely, der New Yorker Teilzeit-Frankfurter, ist noch immer involviert beim Vanguard Jazz Orchestra. Gefragt, ob er denn die hr-Bigband auf deren Niveau führen wolle, überrascht er mit der Aussage, die Herren aus Übersee hätten es doch im Vergleich mit den Frankfurtern leicht. „Die tauchen irgendwo auf, sagen wir sind das Vanguard Jazz Orchestra, können einfach nur sie selbst sein“, meint der Pianist und Dirigent. „Die hr-Bigband dagegen muss vor jedem Auftritt herausfinden, wer sind wir eigentlich heute?“, spielt er auf immer neue Konstellationen an. „Mal sollen sie arabisch klingen, dann wie eine traditionelle Swingband oder ein Modern Jazz Ensemble, kurz darauf werden sie mit Beatboxern konfrontiert. Und trotzdem haben sie eine unverwechselbare Identität dank ihres Sounds und der Solisten.“ Die Musiker stärkt er außerdem mit der „Inner Voices“-Reihe, in der sie sich als Komponisten hervortun können, er fordert sie andererseits mit einer eigenen Suite. Und als Begleiter so unterschiedlicher Solisten wie Chris Potter, Kurt Rosenwinkel, John Abercrombie, Joe Lavano und Rebekka Bakken sind sie ebenfalls zu erleben.

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