hr4-Starparade in Frankfurter Festhalle

Marathon der guten Laune

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Beatrice Egli

Frankfurt - Es ist ein wenig wie beim „Iron Man“ der Triathleten auf Hawaii. Nur die Härtesten kommen durch. Von Peter Müller 

Bei der hr4-Starparade der Schlager-Größen in der ausverkauften Festhalle gilt das vor allem für die rund 8 500 enthusiastischen Fans, die ihre Idole über mehr als sieben Stunden heldenhaft feiern - bis Matthias Reim den Party-Marathon mit „Verdammt, ich lieb dich“ über die Ziellinie bringt. Keine Frage, ein Sonntag-Abend allein wäre mal wieder viel zu kurz gewesen. Insgesamt 13 Feuerwerker der guten Laune, Altstars wie „Olaf, der Flipper“, Evergreens wie Semino Rossi, Comebacker wie Nino de Angelo oder Newcomer wie DSDS-Prinzessin Beatrice Egli, auf einen Streich - das braucht eine XXL-Show.

Den 14-Uhr-Startschuss gab Ex-Helene-Fischer-Backgroundsängerin Maria Voskania. Nach Volksmusik-Gigant Andy Borg, Ex-DSDS-Teilnehmerin Anna-Maria Zimmermann und einer guten Portion Italo-Schmelz mit Stehauf-Mann Nino de Angelo wartet in Roland Kaiser ein erstes Highlight. Der 62-Jährige verwandelt die Halle in ein Tollhaus. Die Zutaten: neue Songs des aktuellen Albums „Seelenbahnen“, unverwüstliche Hits wie „Joana“ oder „Santa Maria“ und ein mehr als souveräner Entertainer-Auftritt. Chapeau.

Matthias Reim

Nach dem Pausen-Sekt verrät der Kärtner Charmeur Nik P., wem sein zuckersüßer Song „Du musst mein Engel sein“ gilt: Herr Presnik ist vor zwei Tagen Papa eines strammen Sohnes geworden, seine vierte Vaterschaft und eine schwere Geburt dazu - was ihm eine Laola-Welle und „Zugabe“-Rufe beschert. Glückwunsch auch an Michelle. In sichtlich besserer Verfassung als im vergangenen Jahr singt sie über „Herzstillstand“, das Verliebtsein in „Paris“ oder ist überzeugt: „Du und die, das geht nie“ - was sich ähnlich rund reimt wie die Schmachtballaden von Semino Rossi, der zu „Besame mucho“ eine Runde Schunkeln verordnet.

Die heißesten Fotos aus der Schlagerwelt

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„Volks-Rock’n’Roller“ Andreas Gabalier brennt ein Feuerwerk („I sing a Liad für di“, „Zuckerpuppen“) ab - bis er dem frenetischen Saal-Chor einen Gänsehaut-Moment beschert: „Amoi seg’ ma uns wieder“, musikalische Aufarbeitung der Selbstmorde von Vater und Schwester. Ein harter Schnitt zu „Flippers“-Oldie Olaf Malolepski und dem Heile-Welt-Duo Fantasy. Matze Reim, der kurz nach 21 Uhr weiter wacker gegen die Auflösungserscheinungen im Auditorium kämpft, zieht daraufhin noch mal das Jackett aus, „Ich hab’ geträumt von Dir“ - mehr geht nun wirklich kaum.

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