Neuverfilmung eines Skandalromans

Huppert provoziert als verliebte Nonne

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Die französische Leinwandlegende Isabelle Huppert

München - Schon in den 60er-Jahren war das Drama über eine Nonne wider Willen ein Skandal. Die katholische Kirche wird sich auch über die Neuverfilmung aufregen, glaubt Isabelle Huppert.

Der französischen Schauspielerin gefiel die Vorstellung, eine verliebte Nonne zu spielen. Allerdings habe sie anfangs nicht so genau gewusst, wie sie das anstellen würde, sagte sie der „Süddeutschen Zeitung“ (Montag). In dem Kinofilm „Die Nonne“, der Neuverfilmung des gleichnamigen Romans von Denis Diderot (1713-1784) durch Guillaume Nicloux, ist die 60-Jährige als verliebte und von Verlangen gepeinigte Äbtissin zu sehen.

Bereits in den 60er Jahren nahm sich der Regisseur Jacques Rivette des Themas an und löste mit seiner Produktion einen Skandal aus. Huppert kann sich nach eigenen Worten vorstellen, dass auch die jetzige Fassung wieder für Aufregung sorgen könne: „Die katholische Kirche regt sich über alles Mögliche auf.“

Bei der Darstellung sei es ihr jedoch wichtig gewesen, die Karikatur zu vermeiden, „also die rohe Macht, die sexuelle Manipulation“. Das sei komplexer gewesen.

 Auch das Buch sei sehr lange Zeit verboten gewesen, erinnerte sich die Schauspielerin. Dabei habe sich Diderot bereits unbewusst selbst zensiert, weil er das Manuskript verloren habe, so Huppert. Der Roman sei später von Goethe übersetzt worden, so dass die erste französische Publikation letztlich eine Rückübersetzung aus dem Deutschen gewesen sei. Erst im 19. Jahrhundert sei das Original zufällig wiedergefunden worden.

KNA

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