Status Quo DVD

„Ich kann nichts anderes“

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Status Quo in aktueller Besetzung: Andrew Brown, Francis Rossi, John „Rhino“ Edwards, Rick Parfitt und Matthew Letley.

München - Ihr Name passt: Staus Quo sind weniger eine Band, sondern eher ein Zustand. Ein energisch schunkelnder Boogie-Woogie-Bluesrock-Zustand, in den sich viele Fans seit über vier Jahrzehnten immer wieder gern fallen lassen, um herauszugleiten aus dem Hier und Jetzt. Von Markus Schwarz

Dieser Tage erscheint „Hello Quo“ auf DVD und Blue-Ray. Regisseur Alan G. Parker erzählt darin die Geschichte der Band von ihren Anfangen in der ersten Hälfte der Sechziger bis in die Gegenwart. Dass sie immer noch so aktiv sind, lässt Bandgründer und Sänger/Gitarrist Francis Rossi manchmal verwundert zurückblicken, wie er im Interview erzählt: „Wenn du 20 bist, denkst du, du kannst mit 30 nicht mehr in einer Band spielen. Wenn du 30 bist, denkst du, du kannst mit 40 oder 50 nicht mehr in einer Band spielen, das ist ja lächerlich. Und jetzt bin ich über 60, und es fühlt sich überhaupt nicht lächerlich an, wenn ich auf die Bühne gehe.“

Über 120 Millionen verkaufte Alben

Dort ist Francis Rossi schon sehr lange zugange. Schon in den frühen sechziger Jahren formierten sich ein paar Londoner Jungs, die sich vom Schulorchester kannten, zu einer Jazz- und später Beatband, die schließlich zur Keimzelle von Status Quo wurde. Neben Rossi waren Bassist Alan Lancaster und Schlagzeuger John Coghlan von Anfang an dabei; als zweiter Gitarrist kam Rick Parfitt hinzu, als die Gruppe in der zweiten Hälfte der Sechziger sich in Status Quo umbenannte und erste Platten veröffentlichte.

In den Siebzigern fanden sie ihren zupackenden Sound und legten den Grundstein für ihre Karriere, in deren Verlauf sie über 120 Millionen Alben verkauft haben. Ihren stampfenden Sound haben sie seitdem trotz der einen und anderen Umbesetzung kaum verändert. „Ich kann nichts anderes“, erklärt Rossi lachend: „In dem Moment, in dem ich andere Bands sehe, wie etwa die Eagles oder einen Typen wie Jeff Lynne, denke ich: Das will ich auch machen. Aber es funktioniert nicht. Wenn ich auf die Bühne gehe oder im Studio bin, kann ich nur das machen, was ich immer mache. Und meistens mag ich es dann auch.“

Nicht so sehr gemocht haben sich über lange Jahre Rossi und sein langjähriger Kollege Alan Lancaster. In den Achtzigern kam es zum Bruch, der Auftritt beim Live-Aid-Konzert 1985 war der letzte gemeinsame. Es folgten Gerichtsprozesse, die Karriere von Status Quo ging dennoch praktisch ohne Unterbrechung weiter.

„Es tut so gut wieder mit Alan zu reden“

Status Quo gastieren am 10. November in der Frankfurter Jahrhunderthalle.

Nun aber haben sich bei einem Gastspiel von Status Quo in Lancasters Wahlheimat Australien die beiden alten Kumpel wieder versöhnt, wie Rossi berichtet: „Es ist, wie wenn man ein altes Paar Schuhe wieder anzieht. Man schlüpft hinein, und es passt. Alan und ich haben uns endlich wieder ausgesprochen. Er und seine Familie waren so wichtig für mich und meine Entwicklung. Ich hatte so eine enge Beziehung zu seinem Vater und seinem Onkel, die leider vor Kurzem gestorben sind. Ich habe auch mit seinem Bruder wieder gesprochen, er hat am Telefon geheult, ich dachte bis dahin, der Kerl will mich umbringen. Es tut so gut, wieder mit Alan zu reden, so eine Beziehung gibt es nicht wieder. Verdammt, ich musste über 60 werden, um das zu begreifen.“ Sogar über eine Tournee in Originalbesetzung wird gemunkelt. Ob Lancasters Gesundheitszustand das zulässt, ist allerdings noch nicht klar.

In der aktuellen Besetzung stehen Status Quo im November auf deutschen Bühnen. Rossi freut sich darauf, hegt aber keine allzu großen Erwartungen, wie er verrät: „Wenn du zu hohe Erwartungen hast, wird das Konzert meistens nicht so gut. Mein Trick ist: Wenn du aber ganz entspannt hineingehst und auf die Bühne steigst, wird es meistens großartig.“ 

dapd

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