Finales Füllhorn des Impresarios

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Stabübergabe: Michael Hocks und Stephan Pauly

Frankfurt - Erleichterung schwang mit, doch absolvierte Michael Hocks, scheidender Intendant der Alten Oper Frankfurt, seinen letzten Arbeitstag in gewohnt freundlicher Verbindlichkeit. Von Carsten Müller

14 Jahre stand der Konzertmanager an der Spitze einer Institution, die er bei seinem Amtsantritt, 1998 von der Jahrhunderthalle gekommen, in schwerer Krise vorgefunden hat. Mit Gespür für Qualität und zugkräftige Programme baute der Impresario das Haus am Opernplatz zur führenden Spielstätte aus.

Als finale Amtshandlung stand nun die Vorstellung der Saison 2012/13 an, des letzten von Hocks verantworteten, Programms mit „einer außerordentlichen Dichte an Höhepunkten“. Ganz so routiniert ging die Pressekonferenz im Liszt-Salon doch nicht über die Bühne, schließlich machten Weggefährten wie Michael Herrmann, Geschäftsführer von Pro Arte und Rheingau Musik Festival, Urgestein Karl Rarichs, Kulturdezernent Felix Semmelroth und Oberbürgermeisterin Petra Roth ihre Aufwartung.

Letzte Amtshandlung: Vorstellung der Saison

Schon der „Auftakt“ im September ist verheißungsvoll: Sopranistin Mojca Erdmann sowie Klarinettist und Komponist Jörg Widmann werden in 14 Konzerten porträtiert, an denen unter anderem die Berliner Philharmoniker unter Sir Simon Rattle und die Staatskapelle Dresden unter Christian Thielemann beteiligt sind. Ausrufezeichen setzen in diversen Abonnements und Reihen das Orchestra de Chambre de Lausanne (Christian Zacharias), Koninklijnk Concertgebouworkest (Mariss Jansons), London Symphony (Valery Gergiev), die Wiener Philharmoniker (Franz Welser-Möst), Budapest Festival (Ivan Fischer) sowie das Chamber Orchestra of Europe (Bernhard Haitink) mit allen Brahms-Symphonien. Ebenfalls einen Doppelabend bestreiten die Academy of St. Martin und Pianist Murray Perahia.

Solistisch treten unter anderem Mezzosopranistin Cecilia Bartoli, Pianistin Olga Scheps, Cellistin Alisa Weilerstein und Violinistin Julia Fischer auf. Bariton Matthias Goerne bespielt mit Schuberts „Die schöne Müllerin“ und Klavierpartner Christoph Eschenbach den Großen Saal. In 15 Veranstaltungen begibt man sich auf die „Spuren der Romantik“, unterstützt von der Kulturregion. En Suite gibt es „Stomp“ (August), „Die Schöne und das Biest“ (Weihnachten) sowie „Rock the Ballet“ (März 2013). Katie Melua, die Steve Miller Band und Al Jarreau bestreiten Einzelkonzerte.

Ohne städtische Zuschüsse kommt das Budget (2011: 17 Millionen, davon 6,8 Millionen von der Stadt) nicht aus, immerhin konnte für 2012 eine halbe Million Euro mehr an Sponsorengeldern eingeplant werden. Gute Voraussetzungen für Hocks’ Nachfolger, der jetzt über „Geschichte und Zukunft der Alten Oper“ nachdenken will.

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