Interview mit Roman Lob

Nicht ohne seine Kappe

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Roman Lob

Offenbach - Nach seinem Erfolg beim ESC will Roman Lob seiner Musik und seinem lockeren Stil treu bleiben. Im Interview spricht er über das Erbe von Lena Meyer-Landrut und sein Album. Dabei ist er vor allem eins: entspannt. Von Bettina Link

Roman, der Eurovision Song Contest (ESC) ist Monate her. Ist damit ein Traum für dich ausgeträumt, oder startest du inzwischen erst richtig durch?

Der ESC war cool und hat viel Spaß gemacht. Aber jetzt freue ich mich auf alles, was in Zukunft kommt!

Was nimmst du von dem ESC mit?

Ich habe viel dazu gelernt. Auch von Künstlern, die schon länger im Geschäft sind. Viele sagen vor allem, man soll sein Ding durchziehen und die Musik machen, die man selbst auch gerne hat. Und man solle vor allem immer entspannt bleiben.

Und machst du auf dem Album, das du mit Thomas D aufgenommen hast, wirklich deine Musik?

Mir gefallen die Songs alle sehr gut und ich habe sie auch alle ausgesucht. Drei Lieder sind von mir selbst. Der Albumtitel „Changes“ sagt schon aus, dass einige Veränderungen auf mich zugekommen sind. Ich bin viel mehr unterwegs als vorher. Ich mache jeden Tag Musik, was schon immer mein Traum war, und ich lerne viele neue Leute kennen.

Wie sah das vor dem musikalischen Durchbruch aus? Hast du auch in deinem Ausbildungsberuf als Industriemechaniker gearbeitet?

Mit der Musik lief alles schleppender. Ich wollte immer etwas daraus machen, aber das war so schwierig. Das ging ja nur nebenher. Mir war auch wichtig, meine Ausbildung fertig zu machen. Ich habe dann eineinhalb Jahre Berufserfahrung gesammelt, bevor ich mich bei „Unser Star für Baku“ beworben habe.

Du hast dein Glück ja schon mal bei „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) probiert – warum ist daraus nichts geworden?

Damals bin ich krank geworden und musste wegen einer Kehlkopfentzündung aufhören. Ich glaube, es war gut, dass ich aufhören musste. Mit 16 war ich einfach doch noch zu jung. Jetzt, sechs Jahre später, habe ich deutlich mehr Erfahrung.

Warum hast du dich überhaupt für ein Casting entschieden, um Musikkarriere zu machen?

Bei DSDS war es eine ganz spontane Entscheidung. Für „Unser Star für Baku“ habe ich mich entschieden, weil ich einfach gerne mal in die Show von Stefan Raab wollte. Ich habe gesehen, wie das bei Max Mutzke, Stefanie Heinzmann und Lena Meyer-Landrut gelaufen ist - sie haben sich dort wirklich um die Musiker gekümmert. Das hat mich angespornt. Ich dachte auch, es wäre doch cool, am ESC teilzunehmen.

Deine Vorgängerin Lena Meyer-Landrut war sehr erfolgreich nach ihrem Sieg beim ESC. Trittst du ein schwieriges Erbe an?

Das würde ich nicht sagen. Natürlich hat Lena viel erreicht. Sie ist länger im Geschäft und macht gute Musik. Wäre natürlich cool, wenn das bei mir auch so laufen würde.

Was unterscheidet dich von Lena?

Sie ist schon ein Vorbild für mich, weil sie ihre Sache sehr gut gemeistert hat. Aber ich würde mich nicht mit ihr vergleichen. Sie macht andere Musik und ist auch ein ganz anderer Typ. Sie ist einfach „crazier“ als ich. Ich bin dagegen der entspanntere Typ (lacht).

Was machst du, wenn es doch nicht mit der Musik klappt?

Ich hoffe natürlich, dass ich langfristig erfolgreich bin. Vielleicht arbeite ich sonst wieder als Industriemechaniker. Ich weiß nicht, was die Zukunft so bringt. Ich lasse es ganz einfach auf mich zukommen…

Würdest du dann vielleicht auch wieder Musik mit deiner Band „Rooftop Kingdom“ machen? Was ist aus der Gruppe geworden?

Wenn ich zu Hause bin, treffen wir uns immer noch jede Woche und machen zusammen Musik. Wir schreiben auch neue Songs zusammen.

Aber mit ins Boot wolltest du sie nicht holen?

Sie haben auch andere Sachen zu tun. Sie studieren und haben Berufe. Ich kann nicht einfach sagen: „Ihr kommt jetzt alle mit.“

Bei „Unser Star für Baku“ hast du also im Alleingang mitgemacht?

Darüber haben wir gar nicht gesprochen. Das war meine Sache, ich wollte das einfach mal ausprobieren.

Am kommenden Dienstag, 16. Oktober, bist du in Offenbach im Capitol. Wie hast du dich vorbereitet?

Wir haben in den letzten Monaten schon auf vielen Bühnen gespielt. Wir wollen das Publikum wirklich miteinbeziehen und nicht nur das Album rauf und runter spielen und dann sagen „Danke, das war’s“.

Was darf nicht fehlen auf der Tour?

Gute Laune darf nie fehlen!

Und die Mütze, oder? Hat sich die schon zu deinem Markenzeichen etabliert?

Ich war schon immer Kappen- oder Mützenträger.

Wie viele hast du?

(überlegt) Ich habe bestimmt 25 Mützen und 15 Kappen. Ich bringe sie von überall mit. Da sind auch ein paar echt hässliche dabei (lacht). Ich habe einen Cap-Carrier - eine Tasche extra für Kappen. Da habe ich immer alle Kappen dabei und sie gehen nicht so schnell kaputt wie im Koffer (lacht). In so einen Cap Carrier gehen normalerweise sechs Kappen rein, ich kriege bestimmt elf unter.

Hast du sonst irgendwelche Markenzeichen?

Nein, darauf habe ich eigentlich noch nie geachtet (schaut an sich herab). Ich trage schon seit Jahren den gleichen Stil. Locker muss er sein. Im Anzug würde ich mich nur ungern sehen.

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