Irdischer Indiepopaus Island

Offenbach - Island! Da sind im popmusikalischen Zusammenhang Erwartungen geweckt. Gemessen an der überschaubaren Einwohnerzahl scheint ungefähr jeder dritte Isländer ein Popmusiker zu sein. Der Begriff des „Elfischen“ ist seit Björk besonders schnell im Spiel. Von Stefan Michalzik

Vieles, was von der Insel kommt, scheint auf eine betörende Weise nicht ganz von dieser Welt zu sein. Mammút sind von dieser Welt. Zwar erinnert manches an Kata, der Sängerin und Zentralgestalt des Quintetts, das im Offenbacher Hafen 2 spielte, an die junge Björk. Aber eben an die Zeit, in der Björk noch eine taufrische Indiepop-Sängerin der Sugarcubes gewesen ist.

Mammút schlagen durchaus in eine ähnliche Kerbe des von den Gitarren dominierten Indiepops der späten Achtziger Jahre, für den die Sugarcubes sehr typisch gewesen sind. Um die blanke Kopie einer Musik von vorgestern aber handelt es sich nicht. Mammút haben ein ausgeprägtes Stilbewusstsein. Das Klangbild ist kernig, die Songs sind melodiös und rhythmisch differenziert. Gesungen wird in isländischer Sprache. Ein Schuss Melancholie erdet die eher gelöst anmutende Grundstimmung. Die famose Barfüßerin Kata tut Dinge gegen den Rat des Gesangslehrers. Sie arbeitet mit Hauch und sie geht kühn mit den Höhen um. Das tut Björk zwar auch, aber Kata, die ein wenig Akkordeon, Trompete und Keyboard spielt, hat keineswegs mit dem Schatten ihrer Landsfrau zu kämpfen. Sie ist in einer sympathischen Weise als Selbstdarstellerin begabt. Keine schlechte Voraussetzung.

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