Wo Schweiß golden glitzert

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Jay-Z und Kanye West hegen gleiche Musik-Vorlieben.

Frankfurt - Wenn die zwei unbestritten Größten einer Zunft gemeinsame Sache machen, kann das gehörig schief gehen oder in einer Sensation münden. Den Rap-Königen Jay-Z und Kanye West ist bei ihrem Gipfeltreffen in der ausverkauften Frankfurter Festhalle Letzteres gelungen. Von Dirk Fellinghauer

„Watch The Throne“ heißt ganz selbstverständlich das gemeinsame Album der weltweit erfolgreichsten HipHopper, das im letzten Sommer für Furore sorgte. Frankfurt war die erste von nur zwei Deutschland-Stationen. Der 42-jährige Jay-Z und Kanye West, der morgen seinen 35. Geburtstag feiert, sind nicht nur die kommerziell erfolgreichsten, sondern auch seit Jahren die einflussreichsten und vielseitigsten Rapper überhaupt. Sie pflegen eine lange musikalische Partnerschaft auf unterschiedlichsten Ebenen und haben eine Vorliebe für Größen wie Otis Retting und Michael Jackson.

Der miserable Sound in der Festhalle, der jede Feinheit niederdröhnte, konnte die allerbestens gelaunten Fans nicht davon abhalten, von der ersten Minute an eine riesige HipHop-Party zu feiern. „Alle Hände in die Höhe“ ließen sich die Konzertgänger nicht zweimal sagen, immer wieder bewegten sich Tausende Arme in synchronen Bewegungen. Dazu wurde getanzt und gelacht und mitgesungen.

Bilder vom Konzert

Jay-Z und Kanye West in der Festhalle

Spektakulär begann die Show. Kein Thron, sondern zwei riesige Quader fuhren an sich gegenüberliegenden Seiten der Halle bis nahe unters Hallendach. Ganz oben: Jay-Z und Kanye West. Auf den Megawürfeln liefen Filmaufnahmen von weißen Tauben, keifenden Hunde und Haien. Viel mehr als ein paar Naturaufnahmen und Laserstrahlen wurde im Laufe des zweistündigen Abends gar nicht an Show-Effekten geboten. Musste auch nicht, denn die Rap-Könige machen mit ihren stilprägenden Stücken jede Show überflüssig. HipHop in seiner reinsten Form wurde da präsentiert – mal gemeinsam, aber auch über weite Strecken abwechselnd.

Das Reich des Raps verträgt locker zwei Könige, auch wenn das Ghetto-Kid aus Brooklyn (Jay-Z) und der eher bürgerliche Junge aus Atlanta (Kanye West) einen eigenen Regierungsstil pflegen. Klar gehören dicke Hose und Gepose auch für die beiden Superstars zum Geschäft, in der Festhalle blieb typisches HipHop-Gehabe aber wohltuend dosiert. Eindruck machte es allemal, als auf der Leinwand Kanye Wests unzählige Schweißperlen in Großaufnahme fast so golden zu glitzern schienen wie seine dicken und garantiert sündteuren Halsketten.

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