Musik im Park des Museums für Angewandte Kunst

Lauers Trio jazzt auf Augenhöhe

Frankfurt - Ein Musiker von erstem Rang, gewiss nicht unterschätzt, zum titanenhaften Star aber ist er nie geworden, zumindest bislang nicht: Der Frankfurter Saxofonist Christof Lauer gehört zu den großen Vertretern seines Instruments mit internationaler Ausstrahlung. Von Sebastian Hansen

Immer wieder holt er Musiker von gleichem Rang in seine Gruppen. Um eine All-Star-Band handelt es sich bei dem Trio, das die Reihe Jazz im Park des Museums für Angewandte Kunst eröffnete: Herkömmliche hierarchische Verhältnisse zwischen Solist und Begleiter sind aufgehoben. Der großartige Bassist Dieter Ilg hat die Emanzipation seines Instruments um eine Entwicklungsstufe vorwärts getrieben. Er breitet bisweilen Klangwelten aus in einer Weise, die weit entfernt ist von der ursprünglichen Funktion des Rhythmikers. Er beginnt etwa ein Stück allein mit Bogenstrichen in der Nähe des Stegs und entsprechend quäkig hohen Tönen, allmählich wechselt er in Basstiefen über, dort tun sich schwelende Flächen auf. Darüber legen sich alsbald Lauers sanft-energetische Melodien am Tenorsaxofon und eine beckenlastige Perkussion des französischen Schlagzeugers Patrice Héral, der zudem Loops beisteuert.

Kraftvoller und eleganter Ton

So klar John Coltrane auch als Übervater des Spiels von Christof Lauer zu erkennen sein mag, einen Schatten wirft er nicht. Kraftvoll und elegant ist Lauers Ton. Noch die rasantesten Läufe auf dem Sopransaxofon wirken locker. Seit jeher schon tritt er kaum als Komponist in Erscheinung, an diesem Morgen griff das Trio auf einige Nummern von Albert Mangelsdorff zurück, im Quintett des Frankfurter Posaunisten hatten Lauer und Ilg einst gemeinsam gespielt; hinzu kamen Stücke von Mongo Santamaria und von Patrice Héral. Letzterer wartete am Schluss mit einer humorigen und (etwas zu) ausgedehnten HipHop-Einlage auf.

Jazz in der Burg Dreieichenhain

Jazz in der Burg

Die Stadt hat angekündigt, den sich auf 25.000 Euro belaufenden Zuschuss für das Festival, zu dem auch die Reihe Weltmusik im Palmengarten gehört, streichen zu wollen. Diese Blöße sollte sie sich nicht geben angesichts eines so populären wie künstlerisch gepflegten und zudem preiswerten Festivals.

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