„Summer in the City“

Jazz-Reihe zieht ins Liebieghaus

Der Charakter wird sich ändern, davon ist Dieter Buroch, Intendant des Frankfurter Mousonturms, bei der Vorstellung des Programms von „Summer in the City“ überzeugt. Jazz im Museum zieht um. Vom Hof des Historischen Museums, das gerade für einen Neubau abgerissen wird, ins auf der anderen Mainseite gelegene Liebieghaus mit seinem parkähnlichen Garten.

Die Konzerte dürften eher Picknickcharakter haben, weil es kaum noch Sitzbänke geben wird. Der Eintrittspreis steigt zwar auf zwölf Euro, doch sind darin der Zutritt zur neu gestalteten Skulpturensammlung des Liebieghauses sowie eine Kinderbetreuung im „offenen Atelier“ enthalten, in dem die Kinder sich an Ton und Stein bildhauerisch erproben können.

Ein großer Name und eine Gute-Laune-Band: So umriss Programmgestalter Markus Gardian das Grundrezept. Der große Name ist der des norwegischen Trompeters Niels Potter Molvaer, der das Festival am 26. Juli mit seiner Jazz-Elektronik-Fusion eröffnen wird. Ein skandinavischer Schwerpunkt, so Gardian, habe sich eher zufällig ergeben. Das Duo des gleichfalls aus Norwegen stammenden Trompeters Arve Henriksen mit dem Samples beisteuernden Jan Bang wartet mit einer im Grundton sehr ruhigen, gleichwohl spannungsreichen Musik auf. Das finnische Five Corners Quintet schöpft aus Jazz, Funk und Disco eine süffige Dancefloor-Melange.

Frankfurter Größen aus drei Generationen bilden gleichsam einen zweiten Schwerpunkt. Der Saxofonist Heinz Sauer tritt im Trio mit dem Pianisten Michael Wollny und Bertram Ritter am Schlagzeug auf. In einem Doppel präsentieren sich die Soul Jazz Dynamiters mit dem Gitarristen Martin Lejeune und dem Saxofonisten Peter Back sowie das Contrast Quartet um den jungen Pianisten Yuri Sych.

Die Weltmusik in der Konzertmuschel des Palmengartens beginnt am 28. Juli mit der aus Zimbabwe stammenden Sängerin Chiwoniso. Der Bandname 3 MA steht für drei Virtuosen aus den afrikanischen Ländern Mali, Marokko und Madagaskar: Ballaka Sissoko an der Stegharfe Kora, Driss El Maloumi an der Knickhalslaute Oud und Hajery, Spieler der Vollröhrenzither Valiha. Die New Yorker Band Hazmat Modine vermischt vom Blues ausgehend so ziemlich alles. Der 72-jährige argentinische Sänger Juan Carlos Caceres, der mit dem Tango Negre Trio auftritt, fahndet nach dem schwarzen Erbe im Tango. Der französische Bouzoukispieler Titi Robin reist von der arabischen und der Romamusik ausgehend durch die musikalische Welt. (zik)

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