Vierfarben Saxophon reizen dynamische Bandbreite aus

Auf Jazzpfaden zu Gershwin gelangt

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Vierfarben Saxophon gastieren mit Pianist Rüdiger Klein am 27. September in Seligenstadt.

Seligenstadt - Der in Seligenstadt lebende Musiker Stefan Weilmünster tritt mit Vierfarben Saxophon auf - nächste Woche gastieren sie mit „Sax meets Gershwin“ im Edith-Stein-Saal. Von Detlef Kinsler 

Veranstalter können Vierfarben Saxophon in Abendkleidung oder in barocken Kostümen buchen, je nachdem für welches der vielen attraktiven Programme des Quartetts sie sich entscheiden, Renaissance bis Romantik via Barock und Klassik einerseits, Avantgarde und Jazz andererseits. Für ihren Auftritt im Seligenstädter Edith-Stein-Saal am 27. September holen sich Stefan Weilmünster (Sopransaxophon), Bastian Fiebig (Altsaxophon), Susanne Riedl (Tenorsaxophon) und Jürgen Faas (Baritonsaxophon) den Pianisten Rüdiger Klein als Unterstützung. Denn der Abend steht unter dem Motto „Sax meets Gershwin“.

Vor zehn Jahren stieß Stefan Weilmünster zu Vierfarben Saxophon. Er lebt in Seligenstadt, ist stellvertretender Leiter der Musikschule Seligenstadt-Hainburg-Mainhausen neben anderen pädagogischen Tätigkeiten, so auch an der Hochschule für Musik Frankfurt. „Als wir in der neuen Besetzung anfingen zu proben, führten wir zunächst die Barock-Schiene fort, die unsere Vorgänger-Besetzung begonnen hatte“, erzählt Weilmünster. „Das war ein zunächst für vier Saxophone eher atypisches Repertoire mit Transkriptionen von Werken Girolamo Frescobaldis, Johann Sebastian Bachs oder Wolfgang Amadeus Mozarts, die wir in historischen Kostümen aufführten.“

Die Viererbesetzung eines klassischen Streichquartetts auf Saxophone zu übertragen, machte für alle Beteiligten den besonderen Reiz aus. „Wir waren sofort gefesselt vom warmen Zusammenklang der vier verschiedenen Saxophone, von Sopran bis Bariton, und der dynamischen Bandbreite, welche die des Streichquartetts um ein Vielfaches überschreitet. Das ist für mich bis heute sogar in jeder Probe ein besonderes Erlebnis.“

Werke von zeitgenössischen Komponisten

Als von außen die Frage an Vierfarben Saxophon herangetragen wurde, ob sie sich vorstellen könnten, auch Werke von zeitgenössischen Komponisten zu adaptieren, griffen sie die Idee gern auf. „Das war natürlich ein gewaltiger stilistischer Zeitsprung“, erinnert sich Weilmünster. „Die Auseinandersetzung mit Musik lebender Komponisten und modernen Spieltechniken ist immer eine sehr bereichernde Erfahrung.“ Schnell bekam das Ensemble Lust, diese beiden unterschiedlichen Programmansätze zu vermischen. So entstand 2007 die Doppel-CD „Moto Perpetuo“: Mozarts Melodien aus der „Zauberflöte“ und dem „Figaro“ treffen auf die südafrikanisch gefärbte „Tekweni Suite“ des Zeitgenossen Isak Rous oder die Klangarchitektur des niederländischen Komponisten im Titelsong „Moto Perpetuo“.

Da auch der Jazz „saxophonisiert“ ist, blieb auch die Auseinandersetzung mit Namen wie Dizzy Gillespie, Charlie Parker und Thelonious Monk nicht aus. „Und nach unserem Jazzprogramm war der Weg zu Gershwin fast schon eine logische Konsequenz“, erläutert Weilmünster. „Denn er gilt als einer der ersten rein amerikanischen Komponisten. Sein Stil ist eine ideale Fusion amerikanischer Gospel- und Blueselemente, in harmonischer und rhythmischer Form, und europäischer klassischer Musiktradition. Ein Stil, der ideal zu unseren musikalischen Vorlieben passt.“

So dürfen die Besucher in Seligenstadt ein besonderes Kammermusikerlebnis erwarten. Mit Auszügen aus der Oper „Porgy & Bess“, Ausflügen zum „Amerikaner in Paris“ und in die Karibik mit der „Kubanischen Ouvertüre“ und vor allem dank der „Rhapsody In Blue“, in der der Jazz symphonisch wird, auch ohne großes Orchester.

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