Jedes Lied ein potenzieller Hit

Offenbach - The Subways können auf einen Bonus setzen: Die Musiker des britischen Trios sehen so aus, wie wenn sie geradewegs vom Zuschauerraum aus auf die Bühne gestiegen wären. Sie sind die sprichwörtlichen Menschen von nebenan, ein Stargehabe ist ihnen fremd. Von Stefan Michalzik

Ein solches Image weckt von jeher Sympathien. Das Publikum liebt seine Subways. Es ist gleich vom ersten Moment des Konzerts im Offenbacher Capitol an euphorisiert und bereitet seinen Lieblingen einen warmherzigen Empfang. Es geht hier um die große Sause. Deren Höhepunkt ist eine kollektive Kreistanzrotation im Parkett im fortgeschrittenen Stadium des Abends.

Als die aus dem nördlich von London in der Grafschaft Hertfordshire gelegenen Welwyn Garden City stammende Band um den Sänger, Gitarristen und Textschreiber Billy Lunn, seinen Bruder Josh Morgan am Schlagzeug und deren Kindheitsfreundin Charlotte Cooper am Bass 2005 ihr Debütalbum „Young for Eternity“ veröffentlicht hat, war Cooper gerade mal 17 Jahre alt, Lunn 19. Nach einem raschen Erfolg in Großbritannien sind die Subways im Jahr darauf durch den Einsatz ihres Songs „Oh Yeah“ in einem Werbespot auch in Deutschland bekannt geworden – und sie vermochten es, sich gerade durch ihre Konzerte einen guten Ruf bei ihren Fans zu erwerben.

Musikalisch handelt es sich um den landläufigen Transfer des Modells Indieband in den Mainstream. Die Songauswahl des Konzerts steht wie schon die der Alben ganz im Zeichen dessen, was man in der Branche Durchhörbarkeit nennt. Das Motto lautet: Jeder Song eine potenzielle Single. Musik ohne besondere Vorkommnisse. Mitgrölhymnen.

Es handelt sich um „Powerpop“ mitsamt der dem Genre innewohnenden Harmlosigkeit. Der „Rauheitsaspekt“, wie Billy Lunn das formuliert, ist kalkuliert. Da vermitteln die gleichfalls aus Großbritannien stammenden The Computers, die das Konzert eröffneten, ein glaubhafteres Gefühl davon, dass Musik noch wild und gefährlich sein kann. Das war der musikalische ergiebigere Teil des Abends.

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