Kammerklänge und Wortkunst

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Ralph Philipp Ziegler vom Forum Sport und Kultur hatte die Idee, mit einer Kammermusikreihe eine Lücke im städtischen Kulturangebot zu schließen.

Offenbach - Da fand zusammen, was zusammengehört: Offenbachs Sparkassenchef Guido Braun hatte einen schönen Raum im fünften Stock des Geldinstituts, den er für Kultur öffnen wollte. Ralph Philipp Ziegler vom Forum Sport und Kultur hatte die Idee, mit einer Kammermusikreihe eine Lücke im städtischen Kulturangebot zu schließen. Von Markus Terharn

So entstand 2009 die Reihe „Senza Piano“, die wegen ihres guten Anklangs beim Publikum jetzt ins zweite Jahr geht – ebenso wie die Vortrags- und Lesungsreihe „Ariadnes Fäden“ im Metzlerschen Badetempel. Für Ziegler ist ein Veranstaltertraum wahr geworden: „Am Nachmittag des ersten Vorverkaufstags gab es keine Karten mehr.“ Der Andrang auf die Konzerte im Konferenzsaal der Sparkasse mit seinen 60 Plätzen überstieg das Interesse an den Abenden im „Lilitempel“, wo 30 Stühle zur Verfügung stehen.

Damit möglichst viele Interessenten zum Zug kommen, gibt es kein Abonnement; der Vorverkauf beginnt jeweils vier Wochen vor der Veranstaltung. Während der Eintrittspreis für die Vorträge mit neun, ermäßigt sechs Euro stabil bleibt, kosten die Konzertkarten zukünftig etwas mehr (18/zwölf Euro). Die Kosten gibt Ziegler mit 10 000 bis 12 000 Euro an, die Sparkasse trägt die Hälfte davon.

Zum musikalischen Auftakt am 13. April kommt mit dem Cellisten Thomas Beckmann ein prominenter Vertreter seines Fachs. Er spielt Kompositionen von Bach und Charlie Chaplin. Für den Abend mit Sabine Goetz (Sopran) am 14. Juni wird vom Motto „Ohne Klavier“ abgewichen: Florian Heyerick begleitet ihren Barockgesang am Cembalo. Das Trio Pleyel, Bläsersolisten der Oper Frankfurt, bringt am 14. September neben Musik von Bach, Mozart und seinem Namensgeber als Uraufführung ein Werk des jungen Offenbachers Adrian Nagel, in Auftrag gegeben von der Kloppenburg-Stiftung. Unter Leitung von Hubert Buchberger gastiert am 8. November die Kammermusikakademie der Fränkischen Musiktage.

Den Vortragsreigen eröffnet Würzburgs Domkapitular Jürgen Lenssen mit Gedanken zur Bedeutung der Kunst für das Leben (25. Mai). Albrecht Beutelspacher vom Gießener Mathematicum sucht am 6. Juli nach Zusammenhängen zwischen Mathematik, Kultur und Sport, vor allem Fußball. Bertha Pappenheim aus Neu-Isenburg, auch bekannt als Sigmund Freuds Patientin Anna O., ist am 5. Oktober Thema für die Frankfurter Psychotherapeutin Rotraud De Clerck und den Schauspieler Helmut Winkelmann. Eine Lesung aus Alexander Puschkins „Der Schneesturm“ mit Musik von Georgy Sviridov beendet am 7. Dezember die Saison.

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