Trio „Trefoil classical“ in der Offenbacher Markuskirche

Klangreise um die Welt

Offenbach - Das Trio „Trefoil classical“ - die Altenstädter Querflötistin Sabine Dreier, der Offenbacher Gitarrist Rudolf Klemisch und Fagottist Guido Spitz aus Frankfurt – bot in Offenbachs Markuskirche viele schöne musikalische Momente auf seiner farbenreichen Klangreise vom Barock über die Romantik bis in asiatische und lateinamerikanische Klangwelten. Von Reinhold Gries

Johann Sebastian Bachs (?) viersätzige Sonate C-Dur setzte zu Anfang hohe Maßstäbe. Ungemein flüssig und virtuos wirbelten Dreyers Flötenkoloraturen und Triller, um sich mit Spitz´ rhythmischen Fagott-Sequenzen zu tänzerischem Gestus oder melancholisch singendem Adagio zu vereinen. Dazwischen flocht Klemisch ein diffiziles Gewebe, dessen Durchkomponierung eher auf einen anderen Komponisten schließen ließ.

Ähnlich anspruchsvoll wie klangschön geriet Wolfgang Amadeus Mozarts KV 292 Duo für zwei Fagotte, das Dreier und Spitz in der Version für Flöte und Fagott spielten. Nicht nur im Rondo war schwebende Leichtigkeit angesagt. Eine tragende Rolle spielte der konditionsstarke Fagottist auch in der Sonate Opus 13 des Mozart-Schülers Karl Andreas Goepfert. Geistvoll und beseelt wirkten Spitz´ Dialoge mit Dreier vom Allegro spirituoso bis zur flotten Polonaise und den Variationen. Traumverloren endete der barock-klassische Block mit Franz Schuberts Liedern „Das Fischermädchen“ und „Ständchen“, vom Flötenbauer Theobald Böhm zauberhaft für Flöte und Gitarre eingerichtet.

Wie vielseitig „Trefoil classical“ agierte, zeigte sich auch bei der Darstellung ferner Klangwelten. Mit Spielwitz und Sanglichkeit begeisterte das Trio in Herbert Baumanns „Sonatine über finnische Volkslieder“, erst als Bühnenmusik geschrieben und dann für Gitarrist Siegfried Behrend arrangiert. Während Klemisch das Continuo-Gerüst wob, griff Dreier zuweilen zur Bassflöte, um das Fagott zu doppeln und zu umspielen. Mit Beifall überschüttet auch das japanisches „Sakara“-Volkslied, arrangiert von Yuquijiro Yocoh für Flöte, Gitarre und Fagott. Die großartig aufspielende Flötistin griff zur Piccolo-Flöte, um im Gegenpol mit Spitz´ dunklen Fagott-Linien Kontraste zwischen voller Kirschblüte und wabernden Nebelschwaden auszumalen. Herausragend agierte auch der Gitarrist, als seine von Natur aus filigrane Spielweise noch ätherischer wurde, um ein fernöstliches Saiteninstrument zu imitieren.

Stilist Klemisch legte noch zu beim Gitarrensolo „La Catedral“ des paraguayischen Komponisten Agustin Barrios Mangoré, in feinster lyrischer Art das schillernde Farbenspiel einer Kathedrale in den Kirchenraum am Buchhügel tupfend und skizzierend. Mit schwungvollem bis melancholischem Tango nuevo endete das oft traumschöne Konzert im Trio zu Astor Piazzollas „Libertango“ sowie der Original- und Trio-Neufassung von Maximo Diego Pujols „Suite Buenos Aires“, einer sehnsuchtsvollen Hommage an Piazzolla. Das Publikum ließ die Kammermusiker nicht ohne die „Habanera“ aus Bizets „Carmen“ als Zugabe gehen. Denn Habaneras dienten dem Tango im 19. Jahrhundert als Vorlage.

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