Klare Sicht auf Jubilar

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Fast alle Werke, die Felix Mendelssohn Bartholdy für Violoncello und Klavier komponiert hat, in einem Konzert – so hatten Cellist Julian Steckel und Pianist Paul Rivinius ihr Konzert bei der Musikgemeinde Rödermark angelegt.

Fast alle Werke, die Felix Mendelssohn Bartholdy für Violoncello und Klavier komponiert hat, in einem Konzert – so hatten Cellist Julian Steckel und Pianist Paul Rivinius ihr Konzert bei der Musikgemeinde Rödermark angelegt. Von Axel Zibulski

Die beiden Sonaten Mendelssohns für diese Besetzung rahmten das Programm in der Stadtbücherei; sein „Lied ohne Wort“ D-Dur op. 109 erklang als Zugabe des begeistert aufgenommenen Musiker-Duos. Ein so umfangreiches wie stilistisch vielfältiges Programm präsentierten der 1982 geborene Cellist und sein zwölf Jahre älterer Klavierbegleiter innerhalb des Mendelssohn-Rahmens.

In Claude Debussys einziger Sonate für Violoncello und Klavier (d-Moll) zeigte sich Julian Steckel als äußerst versierter und abwechslungsreich gestaltender Klangfarben-Künstler, die Melancholie und Schwerelosigkeit des kompakten Werks gut ausleuchtend. Von eher handfestem Charme sind hingegen die „Variationen über ein slowakisches Lied“ des Tschechen Bohuslav Martino, ein bisschen kratzbürstig in melodischer wie rhythmischer Hinsicht, aber eben auch zu jener glänzenden Virtuosität einladend, über die Julian Steckel ohne Zweifel verfügt.

Weniger romantisches Schwelgen, eher klassizistische Klarheit

Den Cellisten allein konnte man in der knappen Solo-Sonate des 2006 gestorbenen Ungarn György Ligeti erleben – ein Paradestück für sein Instrument, gespickt mit souverän absolvierten technischen Finessen. Julian Steckel verdichtete das Tempo hier ebenso wie zu Beginn von Felix Mendelssohns zweiter Sonate für Violoncello und Klavier D-Dur op. 58; weniger romantisches Schwelgen, sondern eher das Bemühen um klassizistische Klarheit prägte hier das Spiel von Pianist Paul Rivinius: ein aparter Beitrag zum 200. Geburtsjahr des Komponisten.

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