Das Leben ist ein Rummelplatz

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Wechselnde Garderobe, wandelndes Bühnenbild und wilde Akrobatik vereint Pink bei der „Funhouse“-Tournee zum einzigartigen Gemisch.

Mit einer in jeder Hinsicht grandiosen Bühnen-Show begeisterte US-Sängerin Pink in der seit Monaten ausverkauften Frankfurter Festhalle nicht nur ihre eingefleischten Fans. Von Dirk Ding

Denn was die 29-Jährige inmitten ihres glänzend aufgelegten Ensembles aus Musikern, Sängern, Tänzern und Akrobaten bot, war an etlichen Stellen schlicht atemberaubend – ein perfekt inszenierter Auftritt, der glücklicherweise noch genügend Raum zum Dialog zwischen Star und Publikum ließ.

Es war ein netter Zufall, dass im Video-Vorspann zu ihrem Konzert der „Funhouse“-Tournee, so auch der Titel ihres aktuellen Albums, Pink ausgerechnet zu den Klängen der AC/DC-Hymne „Highway To Hell“ auf einer schweren Maschine gen Bühne bretterte, schließlich hatte die australische Rocklegende erst zwei Tage zuvor die Festhalle in einen Ausnahmezustand versetzt.

Bilder: Pink live auf der Bühne

US-Sängerin Pink in  Frankfurt

Und die 29-jährige US-Sängerin machte dort weiter, wo die Altrocker aufgehört hatten. Von Beginn an gab sie Vollgas, nachdem sie wie Kai aus der Kiste an Drahtseilen aus dem Bühnenboden gezogen über den Köpfen ihrer begeisterten Fans ins „Funhouse“ eingeschwebt war. Es sollte nicht der letzte luftakrobatische Akt der 29-Jährigen sein...

Mit „So What“, dem Erfolgsstück ihres aktuellen Albums, eine sarkastische Verarbeitung ihrer gescheiterten Ehe, setzte Pink einen der vielen Höhepunkte, der in einer Kissenschlacht gipfelte, bei der ihr Ex-Mann symbolisch sein Fett abbekam.

Überhaupt bot das fantastische, stets wechselnde Bühnenbild im Stil eines großen Rummelplatzes, auf dem sich Clowns, Artisten und Ballerinas tummelten, viel fürs Auge. Gleiches galt für die Hauptdarstellerin, die in den zwei Stunden des Konzerts mal in Lack und Leder, mal in knallig bunter Akrobatenuniform, mal recht freizügig fast nur in Unterwäsche oder dann auch wieder in schlichter Bluejeans mit T-Shirt auf die Bühne kam.

Dennoch waren es vor allem die ruhigen Momente, in denen Pink mit der unverwechselbar rauchigen Stimme einer Frau, die schon so manches im Leben mitgemacht zu haben scheint, auf einem schlichten Barhocker sitzend, mit geschlossenen Augen wunderschöne Balladen sang, die den intensivsten Eindruck hinterließen.

Zum Finale drehte die 29-Jährige dann allerdings wieder auf. Und spätestens mit ihrer fantastischen Interpretation des Queen-Klassikers „Bohemian Rhapsody“ dürfte die Amerikanerin wohl auch den letzten der rund 13 000 Besucher in der längst zum „Funhouse“ gewordenen Festhalle davon überzeugt haben, dass dort eine glänzende Entertainerin auf der Bühne stand, die in vielen Facetten zu überzeugen weiß. Sogar als Trapezkünstlerin hoch unter der Kuppel der Festhalle.

Am 20. November ist Alecia Beth Moore, alias Pink, erneut in der Frankfurter Festhalle zu Gast. Doch auch dieses Konzert ist bereits wieder ausverkauft – zu recht.

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